Guten Morgen Forum! ![]()
Hallo! Nach rund zweiwöchigen interessierten Mitlesens habe ich mich nun doch entschlossen mich hier bei Euch zu registrieren.
Danke für die vielen wertvollen Infos, die ich hier und auf den Seiten von pocketnavigation.de & geo24.de bisher entnehmen konnte. :kiss
So war vor rund einer Woche mein Entschluss besiegelt, mir nach längerer Naviabstinenz den neuen MD 96050 zuzulegen. Ich habe gewisse Navigations-Anwendungserfahrungen von Mitte der Neunziger mit den ersten APS-Command-Systemen in MB-Fahrzeugen und bis vor etwa sechs Jahren mit Seriensystemen in Audis A8.
Ansonsten bin ich seit langen Jahren begeisterter Motorradfahrer und es auch oft als Tourguide von Motorradgruppen gewöhnt, Touren auf den guten alten Generalkarten zu planen und dann auch nach diesen Karten auf dem Tankrucksack zu fahren. Ich bin aber auch nach wie vor der Ansicht, daß auch das beste Navi keine gute Karte ersetzen kann. Aber durchaus ergänzen und den Spieltrieb befriedigen... ![]()
So kam es dann, daß ich mich am vergangenen Donnerstag gegen 7:45 bei Aldi eingefunden hatte und dann um 8:05 als neuer PNA-Besitzer den Laden wieder verlassen konnte.
Nach viel stationärer Spielerei damit am gleichen Tag habe ich seit Freitag rund 500 km über Land, BAB und urbanem Stadtverkehr im Auto damit zurückgelegt und bilanziere eindeutig mehr Positives als Negatives.
Als Motorrad-Navi ist das Teil ganz sicher nur sehr eingeschränkt verwendbar, da die Routing-Software trotz Motorrad-Modus ganz offensichtlich einen völlig andere Vorstellung von Streckenführung entwickelt als sie meinen Vorstellungen von motorradgeeigneten Strecken entspricht, die eben nicht nur auf reines Ankommen ausgerichtet sind, sondern wo der Weg durch Landschaft und Fahrspaß das Ziel ist.
Mit den diesbezüglich hier hinlänglich kommunizierten Mängeln, nur bis zu fünf festzulegenden Wegpunkten und keiner fest abspeicherbaren und damit reproduzierbaren Gesamtstrecke ist es dennoch ein Kompromiss und deshalb auch durchaus auf urbanen Teilstrecken, z.B. durch fremde Metropolen, ganz sicher auch dort sinnvoll einsetzbar. Für die Überlandfahrerei präferiere ich dennoch die gute alte Generalkarte und meinen gesammelten Erfahrungen aus rund 30 Jahren Motorrad- und Tourenpraxis.
Im Auto jedoch macht das Teil sogar richtig Spaß, - alles so schön bunt hier ;D -, und hat bis auf einen Kartenfehler, wo der Weg auf der Karte plötzlich zu Ende war und mich die Dame zum Wenden aufforderte, obwohl der Wirtschaftsweg bis zu einem Rasthof an der BAB durchging, keine größeren Schwächen gezeigt.
Es gab eine einzige Fehlweisung im Kartenmixmodus bei der Pfeildarstellung vor dem Kreisverkehr von der B 44 aus Süden kommend auf die A 3 bei der AS Ffm-Süd, als mir die zweite Ausfahrt genannt und in der Symbolik angezeigt wurde, wobei die erste Abfahrt aus dem Roundabout die realistische war. Weil mir die Kartendarstellung aber wesentlich besser gefällt, und ich auf der BAB nicht 1000 m lang die Pfeildarstellung sehen möchte, habe ich danach auf die feste Kartendarstellung umgestellt, wobei die am oberen Displayrand angezeigten Informationen in Verbindung mit den Ansagen IMHO völlig ausreichend sind. Aber das ist bekanntlich Geschmacksache.
Die Neuberechnung bei beabsichtigter Missachtung des Routings geht sagenhaft flott und ohne lästige Wendeermahnungen vonstatten. Einzig, daß man sich noch etwa 50 - 100 m auf der Karte die ursprüngliche Strecke weiterbefahrend beobachten kann, um dann von der "um die Ecke hinterher springenden" Karte wieder eingeholt zu werden, um dann sofort wieder auf blauem geroutetem Untergrund unterwegs zu sein.
Kleine Probleme gibt es auch mit der Erkennung der genauen eigenen Position, wenn man z.B. während des Routings auf einen Park- oder Rastplatz fährt, der in hohen Zoomstufen sehr gut mit all seinen Fahrbahnen zu erkennen ist und z.B. 15 bis 20 m parallel zur Hauptstrecke verläuft. Da bleibt der Positionspfeil gerne mal mitten auf der BAB stehen und macht keine Anstalten auf die parallele Fahrbahn nachzuspringen...
Auch das hier oft kritisierte Nachhinken der eigenen Position ist vor allem in hohen Zoomstufen sehr gut zu beobachten und macht etwa 1 Sek. zur realen aktuellen Position aus und ist damit abhängig von der jeweils gefahrenen Geschwindigkeit variabel zwischen 10 und bei höheren Tempi auch mal locker 50 Metern. Wobei ich das aber nicht als sonderlich störend empfinde und damit gut leben kann. Allerdings ist dieses Phänomen nicht permanent und es gab Beoabachtungen von ganz exakter dynamischer Darstellung auf der Karte. Womit diese Unterschiede wohl zusammenhängen? ![]()
Andererseits ist die Sprachausgabe stets sehr präzise und auf den Punkt genau. Dabei jedoch ist Kritik an der mangelhaften Lautstärke zu üben, die bei einem Abstand von rund 1 m zum Ohr, Navi knapp über dem Armaturenbrett mittig angebracht und auch durch meine weit den Sitz nach hinten verschobene Sitzposition, bei Tempi jenseits der 140 km/h kaum noch wahrnehmbar ist. Vor allem wenn dann noch das Radio läuft und wenn dann noch ein angestelltes Schiebedach mit seinen Windgeräuschen dazu kommt, ist es definitiv vorbei mit der Wahrnehmung der Ansagen aus dem kleinen Lautsprecher. ![]()
Die automatische Tag- und Nachtansichtsumschaltung des Diplays funzt einwandfrei, allerdings ist die Helligkeit selbst auf niedrigster Stufe noch deutlich zu hoch in der Nacht. Diese Stufe kann übrigens ohne direkte Sonneneinstrahlung auch tagsüber problemlos beibehalten werden. :coolred
Warum das Display nicht komplett abschaltbar ist, schon um im Moped-Modus bei reiner Akustik-Navigation über Headset Akkuleistung einzusparen, erschließt sich mir auch nicht so ganz. Bei jeder billigen Digicam ist das Display aus diesem Grunde abschaltbar. :whatever
Der Akku hat im Härtetest bei durchgehender Navigation mit voller Lautstärke übrigens knapp 4 Stunden durchgehalten, allerdings habe auch ich die in immer kürzeren Abständen erscheinenden Fenster mit der Aufforderung zum Nachladen, die bei rund 35% Restkapazitätsanzeige erstmals auftauchen, immer schön ignoriert und weggeklickt bis sich das Gerät dann irgendwann mit dem Fenster mit der rot durchgestrichenen Batterie endgültig ausgeschaltet hatte.
Nach neuer Ladestromzufuhr über das Ladekabel war das Gerät aber sofort wieder da und die Navigation wurde auch sofort wieder aufgenommen. Der Ladevorgang bei fast völlig entleertem Akku dauerte etwa 3 1/2 Stunden mit dem mitgeliefertem Netzladegerät.
Der TMC-Empfang über die grottenhässliche Wurfantenne funzte auch einwandfrei, wobei ich die manuelle Stauumfahrungsoption bevorzuge, da ich dann selber über eine Routenänderung abhängig von der Art der gemeldeten Störung entscheiden kann.
Negativ empfinde ich, daß man ein aktuell geroutetes Ziel nicht mehr in den Zielwahlspeicher übertragen kann, wenn man es vor Routenberechnug versäumt hat dies zu tun. Dasselbe gilt leider auch für die, aus der manuell gezogenen 2D-Karte in die Navigation übernommenen Ziele, die dann allenfalls bei Erreichen derselben als aktuelle Positionsabspeicherung dauerhaft übernommen werden können. Auch hier sollte es möglichst eine Nachbesserung seitens des Herstellers geben. ![]()
MP3-Player und Picture-Viewer sind Dinge die ich nicht zwingend vermissen würde, wenn sie nicht dabei wären, aber die entsprechenden Dateien waren einfach über einen billigen Cardreader auf die SD-Karte zu laden und funktionierten auch auf Anhieb. :gaehn
Mein vorläufiges Fazit ist dennoch positiv. Denn das was hier an positiven Eigenschaften, Features und Funktionen für relativ kleines Geld geboten wird überwiegt die nicht zu übersehenden Mängel doch bei weitem. Trotzdem bleibt zu hoffen, daß diese Mankos innerhalb kurzer Zeit zum Vorteil für alle Besitzer dieses Gerätes mit einem kostenlosen Update von Medion zumindest gelindert weren können. :sick :geld