Hallo,
da diese Frage mindestens einmal pro Woche gestellt wird, möchte ich das Thema umfassend behandeln und oben festpinnen.
Becker-Navigationen verhalten sich zum Teil ganz komisch, wenn der Rückwärtsgang fehlt. Zum Teil treten die unten beschriebenen Fehler erst nach einiger Zeit, manchmal auch erst nach Jahren des erfolgreichen Betriebs auf.
Technischer Hintergrund (vereinfacht beschrieben)
Elektronische digitale Bauelemente kennen nur zwei Zustände: High/Low, An/Aus, 0/1 ... Im Fall des Rückwärtsganges bedeutet das 0Volt/ 12Volt (bei den meisten Fahrzeugen: 0V = vorwärts, 12V = rückwärts). Bei neueren Blaupunkt-Navigatoren hat man im Gerät einige Bauelemente mehr eingebaut, hier wird der Eingang gegen Masse gezogen, wenn kein Signal anliegt. Bei den älteren Geräten und bei Becker hingegen wird kein definierter Zustand vorgegeben. Und so kann es passieren, das der Eingang sich zum Beispiel auf 4Volt einschwingt. Der Prozessor in seinem schwarz-weiß-denken kann sich nicht entscheiden, welches Signal anliegt und schaltet unkontrolliert hin und her. Bei einigen Geräten tritt dieses Phänomen erst später als Erscheinung der Alterung des Prozessors auf.
Praktische Auwirkung
Das kann in der Praxis dazu führen, dass man 1km geradeaus fährt, die Navi auch entsprechend Impulse vom Tacho bekommt, aber 100m als Rückwärtsfahrt wertet. Wenn man das gegeneinander aufrechnet (900m vorwärts minus 100m rückwärts= 800m vorwärts) hat man schon eine Abweichung von 200m bzw. 20%. Das führt in der Praxis zu einer nicht akzepablen falschen Standortbestimmnung. In seltenen Fällen "fährt" die Navigation sogar die ganze Zeit rückwärts.
Schlussfolgerung und Empfehlung
Aus diesem Grund sollte man einer Navigation stets ein definiertes Signal geben. Im besten Fall direkt vom Kabel, das die Rückfahrleuchte mit Strom versorgt, aber mindestens eine feste Masse, falls der korrekte Anschluss einen unzumutbaren Aufwand verursacht (zum Beispiel Wohnmobil oder LKW). Der Vorteil des korrekten Anschlusses liegt in der höheren Genauigkeit nach Rückwärtsmanövern, wie zum Beispiel beim Einparken, im Parkhaus oder nach Wendemanövern "auf der Stelle".