GPS Ortung bei Wanderunfällen?

  • Hallo zusammen


    Gibt es einen kleinen GPS Empfänger den Wanderer mit sich nehmen können u. über den sie von der Bergwacht geortet werden können, sollten sie verschüttet gehen?


    Ist das überhaupt technisch möglich? Woher soll die Bergwacht auch wissen ob man einen Empfänger dabei hat und wie sollten die ihn orten?


    Ich dachte mal einen Bericht darüber gesehen zu haben, aber nichts genaues weiß ich auch nicht mehr..


    Falls mir jemand zu diesem Thema einen Tip geben könnte wär ich dankbar.


    Schönen Gruß,
    sayn

  • Hallo sayn


    willkommen im Forum



    nein, ganz so einfach ist das nicht, denn GPS-Empfänger sind - wie der Name schon sagt - reine Empfänger, diese können nicht ohne Zusatzgeräte geortet werden


    ideal ist es natürlich, wenn du im Falle des Falles mittels eines GPS.Empfängers deine Postition feststellen und diese - beispielsweise über dein Handy - den Rettungskräften mitteilen kannst


    es gibt auch Systeme, die - beispielsweise über ein Phone-Edition-Gerät - in vorgegebenen Abständen automatisch Kontakt zu einer Basisstation aufnehmen und die aktuelle Position mitteilen


    zwei meiner Navis sind auf Phone-Editon-Geräten installiert und dort sind auch Rasterkartenprogramme für "abseits der Strasse" drauf - ein Hilfereruf ist für mich also jederzeit möglich - denn eines der beiden Geräte trage ich als Handy-Ersatz ständig mit mir rum



    Deine Frage ist aber hier im Einsteiegrboard für Festeinbauten etwas deplatziert, daher verschiebe ich diese mal ins Einsteigerboard für mobile GPS-Navigation


    Vile Soass noch im Forum

  • Zitat

    Original von Klaubi
    ......- ein Hilfereruf ist für mich also jederzeit möglich - denn eines der beiden Geräte trage ich als Handy-Ersatz ständig mit mir rum.
    Vile Soass noch im Forum


    ...vorausgesetzt das Teil findet in der Gletscherspalte oder der Wildbachschlucht ein Mobilfunknetz. Dies ist nämlich der Haken bei allen diesen Überlegungen.

    Gruß gs.arch

  • Hallo sayn,


    da sind prinzipiell mehrere Möglichkeiten:


    1. Peilsender. Die kannst Du Dir für eine Bergtour in den Alpen z.B. jederzeit leihen oder auch kaufen, selbst von Tchibo gab es eine Skijacke mit integriertem Sender. Die dazugehörigen Peilempfänger hat die Bergwacht überall, sowas ist auf grösseren Skitouren fast schon Pflicht.


    2. PDA-Phone mit entsprechender Software: s. Klaubi


    3. Spezielle Handys: Google mal nach Benefon ESC z.B. oder auch das neue GPS-Phone von Motorola.
    Das Benefon kann ebenfalls, soweit ich weiss, von der Bergwacht geortet werden, zusätzlich übermittelt es die Daten per SMS in vorgegebenen Abständen.


    Letzteres gehört eher zur Gruppe der Bergziegen, also die Halb- bis Vollprofis. Bei geführten Touren sind die Peilsender idR dabei und auch ausreichend.
    GSM-Empfang ist in den Alpen oben meist sehr gut, einsame Täler-kannst Du Dir denken...



    Gruss


    Wolfgang

  • hi kockie


    das mit dem Peilsender hört sich nach dem an was ich suche.
    Kannst du mir vielleicht ein konkretes Gerät / Marke nennen damit ich ein wenig suchen kann?


    Gruß,
    sayn

  • DIE Marke in den Alpen ist sicher Ortovox, s. hier. Einfach unter LVS-Geräten nachlesen.


    Gruss


    Wolfgang

  • Hallo sayn,


    möglicherweise hast Du etwas über ein Satelliten-Rettungssystem gelesen, das man z.B. auf See verwendet. Es gibt Seenot-Rettungssender (EPIRB), die ein Peilsignal ausssenden und solche die mit einem eingebauten GPS-System auch die Position auf Meter genau senden.


    Das eine System basiert auf Frequenzen 406 MHz und 121,5 MHz. Dabei sind polumlaufende Satelliten die Empfänger. (COSPAS-SARSAT).


    Ein anderes System benutzt 1,6 GHz und basiert auf den vier stationären INMARSAT- Hmmelskörpern (manche senden für uns auch die EGNOS-Signale). Das INMARSAT-System bewirkt eine Alarmauslösung zwischen den 70. Breitengraden N und S innerhalb 3 Minuten.


    Das COSPAS- System erlaubt weltweite Rettung, aber es kann bis zu drei Stunden dauern, bis ein Alarm aufgenommen ist.


    Die Systeme senden eine individuelle Kennung des verwendeten Fahrzeugs, damit man nicht nach einem Tanker sucht, wenn eine Yacht gerettet werden soll. Außerdem gibt es persönliche Lizenzen (PLB), so daß man den eigenen Rettungssender für jeden Einsatzzweck mitnehmen kann. Letztens hat mich mein persönlicher INMARSAT-EPIRB auf Flußfahrten in die lateinamerikanischen Regenwälder begleitet.


    Diese Rettungs-Systeme sind enorm robust, gut gegen Fehlauslösung gesichert und wiegen je nach Ausstattung 500 bis 1000 g. Preise zwischen 600 und 2000 . Ziemlich viel Geld, wenn so ein Gerät nur für eine Situation gebraucht wird. Lieferung über die Bootsaustatter.


    Wirkliche Sicherheit gibt es nicht zum Schnäppchenpreis.


    Gruß
    artur

  • Aus aktuellem Anlass noch folgende Ergänzung:


    Wer wandert/in den Bergen unterwegs ist und sich dabei von MovingMap-Programmen führen lässt (und das sind ja einige in diesem Forum), der hat nun eine neue Möglichkeit, seine Positionen auf einer solchen Tour weiterzugeben:


    Das neue Pathaway 4 Pro von MuskokaTech, erhältlich Anfang nächsten Jahres, eine Beta gibt es hier.


    Mit eine der neuen Funktionen ist das regelmässige Übermitteln des Standortes via SMS oder ablegen desselben auf einem entsprechenden Server. So kann sich selbst eine Gruppe wieder finden bezw. eine Rettungsmannschaft sich führen lassen.



    Gruss


    Wolfgang

  • Zitat

    Original von gs.arch


    ...vorausgesetzt das Teil findet in der Gletscherspalte oder der Wildbachschlucht ein Mobilfunknetz. Dies ist nämlich der Haken bei allen diesen Überlegungen.



    die Überlegung ist völlig richtig - und zusätzlich hat man an diesen Orten meist auch keinen GPS-Fix :-D)


    aber - Leute, die in solchen Gegenden unterwegs sind, sollten ja keinesfalls alleine gehen, denn dass Zwei oder Mehrere den selben "Fehltritt" machen, hat keine so hohe Wahrscheinlichkeit, wie Einer allein
    Zumindest einmal konnte ich mit meinem PhoneEdition-Gerät als Vorbeikommender schon in so einem Fall helfen
    - gibt ja leider genug "Naturburschen", die es ablehnen, auf einer Bergtour ein Handy mitzuhaben :§$%

  • Das ganze ist für einen Jäger gedacht, der abseits von Wanderwegen unterwegs ist.
    Da er letztens in eine kleine Lawine geraten ist sind wir auf diese Idee gekommen.


    Ich werd eure Tips durchgehen wenn ich nächste Woche wieder mit DSL surfen kann. Mit ISDN ist das etwas mühsam.