Vielleicht interessant für Leute, die das "alte" INA-N033R besitzen und über einen Umstieg nachdenken. Genau das habe ich just gestern gemacht. Ich habe für mein wirklich gut erhaltenes N033R bei ebay einen Preis von etwas über EUR 900,- erzielt und das N333R im MediaMarkt mit etwas Verhandlungsgeschick für EUR 1199,- bekommen. Diesen Differenzbetrag hätte ich auch zahlen müssen, um fürs alte INA die neue Software zu bekommen, die eh fällig gewesen wäre.
Wer schon den Vorgänger hat, für den gestaltet sich der Einbau extrem einfach. Alle Anschlüsse, mitgelieferten Kabelbäume, die GPS-Antenne, Einbaurahmen usw. sind absolut identisch. Man braucht also einfach nur das N033R aus der DIN-Halterung zu nehmen, die Kabel abzuziehen, das N333R anzuschließen und es wieder reinzustecken. Der Käufer meines N033R wird sich über originalverpackte Kabel und eine unbenutzte GPS-Antenne sicher freuen... ![]()
Nach dem ersten Einschalten fällt als erstes auf, daß das Display merklich heller geworden ist. Als Cabrio-Fahrer merke ich das besonders, wenn das Dach offen ist. Bei hellem Umgebungslicht war auf dem N033R oftmals nicht viel zu erkennen, auch die unterschiedlichen Displaywinkel halfen, je nach konkreten Lichtbedingungen, meist nur wenig. Dies ist nun beim neuen Modell deutlich besser. Zwar spiegelt die Displayscheibe wie bisher, trotzdem ist das Display deutlich besser ablesbar. Tatsächlich mußte ich bei meiner ersten Testfahrt gar nicht erst mit den Displaywinkeln herumspielen - die Grundstellung war völlig ausreichend.
Neben der neueren Navisoftware und natürlich der TMC-Funktionalität hat sich kaum was geändert. Neu ist, daß die Loudness nicht mehr über Gedrückthalten des Drehreglers aktiviert werden kann (dies öffnet jetzt statt dessen eine Titelsuchfunktion), sondern sich im BassEngine-Menü befindet.
Behoben wurde der Bug mit der GPS-Einstellung der Uhr. Beim alten Modell wurden bei aktivierter automatischer Einstellung die Stunden unmotiviert und nicht nachvollziehbar verstellt, obwohl die automatische Einstellung lt. Handbuch eigentlich nur auf Minuten und Sekunden wirken soll. Das passiert jetzt nicht mehr.
Die Einstellung der Voice-Lautstärke befindet sich jetzt im Menüdurchlauf des Drehreglers, d.h. beim ersten Druck erscheint "Mix", erst danach "Balance" usw.. Im Setup-Menü kann man die Mixbetriebsart nur noch ein- und ausschalten, das Mixlevel wird dort nicht mehr eingestellt.
Neu ist die Anschlußmöglichkeit für eine optionale DAB-Box sowie den MobileHub für Nokia-Handys. Letzteren werde ich mir irgendwann mal noch holen, von der Beschreibung her klingt das sehr cool, was man damit machen kann.
Die beiliegende Smart Map Pro - Software war die aktuelle NVD-T003 Version 3.00. Neben dem aktuellen Navtech-Kartenmaterial ist vor allem die TMC-Unterstützung neu (gabs allerdings auch schon in der 2.30, die der TMC-Blackbox für das N033R beilag). Ebenfalls neu (und nur mit dem N333R nutzbar; die Software an sich läuft ja auch auf dem Vorgänger) ist die Möglichkeit, statt der verbleibenden Fahrzeit die vorauss. Ankunftszeit anzeigen zu lassen.
TMC-Meldungen lassen sich entweder für die aktive Route oder landesweit anzeigen. Die Anzeige erfolgt weniger textlastig als bei Becker und Co., sondern eher bildhaft. Straßenname, Start- und Endpunkt der Behinderung (auf Autobahnen die Namen der Anschlußstellen) werden im Klartext angezeigt, der Ereignistyp selbst (Stau, stockender Verkehr usw.) durch ein Symbol. Nett ist das Feature, daß die Entfernung zur Behinderung angezeigt wird, weniger schön dagegen, daß die Länge der Behinderung (also z.B. 3km Stau) nicht dabeisteht. Jedenfalls soweit ich das bisher verstanden habe.
Fazit: Wer zu einem günstigen "Updatepreis" aufrüsten kann, dem kann man das neue N333R nur empfehlen. Die Detailverbesserungen, insbes. das hellere Display, sind für sich genommen schon ein guter Grund, TMC und der Support für neue Erweiterungen (DAB, MobileHub) natürlich erst recht. Davon abgesehen sollte man auch bedenken, daß die Kartendaten der 1.00er Software, die den meisten N033R beilag, inzwischen wirklich etwas betagt ist. Die neue Software kostet einzeln EUR 255,- - da sollte es, je nach dem, zu welchem Preis man sein altes Gerät losschlagen und das neue kaufen kann, umso leichter fallen, sich für einen Umstieg zu entscheiden.
Bleibt abschließend noch der Blick auf die Konkurrenz. Ich bin selbst auch eine Zeitlang Becker, später JVC gefahren. DAS Killerargument für Becker und Co. schlechthin ist natürlich weiterhin die Fähigkeit, während des Navigierens CDs hören zu können. Wer sich keinen Wechsler zulegen will und auf CDs während des Navigierens nicht verzichten will, der kommt natürlich nach wie vor nicht um ein Becker oder eines der Derivate herum. Von diesem Pluspunkt abgesehen kann ich allerdings keinen echten Vorteil mehr erkennen. Die Bedienung der Beckers ist zwar in der Tat intuitiver und schneller erlernt, allerdings kommt man mit dem Alpine nach einer etwas längeren Gewöhnungsphase genauso gut zurecht. Das phantastische Display, der Kreuzungszoom (in der neuen Software deutlich mehr Zooms als vorher, z.B. auch an einfacheren Autobahnausfahrten) und die glasklare Stimme sind klare Pros für das Alpine-System. Und natürlich nicht zu vergessen die Geschwindigkeit - auch ein TP Highspeed kommt da nicht mit. Und wenn man bedenkt, daß die UPE für das Alpine in etwa gleichauf mit der des Becker TP Highspeed liegt, dann stellt sich natürlich schon ein Stückweit die Frage, mit welchem Recht Becker für ein im Grunde altes (natürlich zweifellos bewährtes) und nur intern etwas aufpoliertes Modell genauso viel Geld verlangt wie Alpine für sein modernes DVD-System. Früher - zu N033R-Zeiten - da hat es noch gepaßt. Da lag die UPE von Alpine bei 1999,- und somit im Grunde genommen und gemessen an der besseren Technik um ein akzeptables Maß über denen der Becker-Geräte. Nun mag die Evolution beim N333R gegenüber dem Vorgänger auch nicht viel größer sein als z.B. beim TP Highspeed gegenüber dem normalen TP, aber das Alpine ist auch satte 600,- billiger geworden. Während man früher sicher zu Recht fragen konnte "So viel mehr nur wegen DVD?", stellt sich diese Frage heute nicht mehr. Die Preise sind nahezu identisch, die Technik um Jahre auseinander, und außer dem genannten Feature "CD hören während des Navigierens" spricht an sich kein Grund gegen das Alpine. Hätte Becker nicht clevererweise ein solch hervorragendes OEM-Geschäft aufgebaut, ginge es den Jungs wohl etwas weniger gut und sie hätten etwas mehr Druck, zur Abwechslung auch mal wieder was wirklich Innovatives auf den Markt zu bringen.