Mein Erfahrungsbericht zum Garmin eTrex Vista C

  • Hallo!


    Ich weiß nicht, ob es jemanden interessiert, aber ich schreibe mal einen Erfahrungsbericht zum Garmin eTrex Vista C, nachdem ich eine erste Geocaching-Tour und eine ausgedehnte Wanderung in den Bergen mit ihm hinter mir habe.
    Zum Vergleich kenne ich nur das Garmin eMap und den iPaq 3870/5450.


    1) Bauform
    Ich finde es handlich. Auf den ersten Blick etwas dick, liegt aber in der Praxis gut in der Hand.


    2) Display und Kartendarstellung
    Das Display ist nicht sonderlich groß, aber obwohl ich bei 256 Farben schlimmes befürchtet hatte (die alten PDA und Handy-Displays mit wenigen Farben sind alles andere als toll) stellte sich das Display als sehr brillant heraus. Außen ist es in der Sonne sehr gut ablesbar (keine Beleuchtung nötig) und ab der Dämmerung oder im Innenraum muss man dann die Beleuchtung zuschalten, die sehr hell ist und auch da zu einer brillanten Anzeige führt.
    Ich verwende Topo Karten. Die bringen auf dem eMap meines Bekannten praktisch gar nichts, weil man kaum Flüsse von Wald und Wege von Höhenlinien unterscheiden kann. Ganz anders auf dem Vista C, da kann man sich wirklich sehr gut orientieren. Die Kartendarstellung empfinde ich als gut, auch wenn die Vektor-Karten natürlich nicht an Rasterkarten wie die MagicMaps herankommen.


    3) Bedienung
    Nun, die Tasten sind IMO nicht so ergonomisch angeordnet wie beim eMap, was aufgrund der kleinen Bauform auch nicht ginge. Dafür liegt das Vista besser in der Hand. Ich komme trotzdem gut damit zu recht, auch wenn es etwas dauert, bis ein Name oder eine Koordinate eingegeben ist.
    Die Menüführung ist gut, ich habe bisher nur eine Funktion vermisst (dazu später mehr) und wenn man sich ein bisschen eingearbeitet hat auch intuitiv.


    4) Kompass
    Der Kompass ist eine praktische Sache, wenn man im Stand arbeitet, z.B. um den Namen der umliegenden Gipfel herauszufinden. Ansonsten hätte ich diese Funktion nicht unbedingt gebraucht, zumal die Kalibration etwas Übung erfordert.


    5) Höhenmesser
    Das war der Grund, warum ich das Vista C und nicht das Legend C gekauft habe. Beim Wandern in den Bergen hat es wirklich sehr gut funktioniert - unten mangels Höhenangabe auf die GPS-Höhe kalibriert und oben am Gipfel nur 2 m Abweichung. Mit dem Profil lässt sich sehr gut arbeiten. Aber in dem Bereich fehlt mir auch ein Datenfeld, dass ich noch nicht gefunden habe, nämlich die Höhendifferenz zum Ziel. Ist aber verschmerzbar, weil die Zielhöhe ja meist aus der Karte ersichtlich ist und dann ist eben ein bisschen Kopfrechnen angesagt Wink


    6) Laufzeit
    Ich kann sagen, dass es für mich im Alltag auf jeden Fall ausreicht und war auch der Hauptgrund, warum ich den PDA nur noch für Cache-Texte verwende: zum Aufzeichnen des Tracks und Navigationsfunktionen ist die Batterielaufzeit einfach zu kurz.
    Mit 1600er NiMH-Akkus kam ich auf ca. 20 Stunden mit aktiviertem Kompass.


    7) Empfang
    Dazu kann ich noch nicht viel sagen, außer dass ich bisher auch im Wald brauchbaren Empfang hatte. War aber auf jeden Fall auch ein Grund für ein Vista C, da der Empfang gegenüber dem "alten" Vista doch merklich besser sein soll.


    8) Speicher
    Nun ja, der Speicher ist wahrlich etwas geizig ausgelegt. Die Trackpunkte im ActiveLog reichen für mich und Routen zu speichern macht für mich keinen Sinn, da dann die Zeitstempel weg sind. Das ist auch ein Kritikpunkt. Auch 500 WP empfinde ich als lächerlich.
    Die 24 MB für Karten sind gerade noch ok, auch wenn 24 MB in der heutigen Zeit wahrlich nicht viel sind.


    9) AutoRouting
    Dazu kann ich nichts sagen, da ich keine Routingfähigen Karten habe und dank meines PDA-Navis auch nicht brauche.


    7) Fazit
    Ich bereue den Kauf nicht, auch nicht den kostspieligen Griff zu einem Gerät mit Farbdisplay. Trotz allem empfinde ich es nicht als günstig. Ich habe mich für ein Gerät mit US-Basemap entschieden, da ich auf die europäische keinen Wert lege. Sprache und Einheiten lassen sich einstellen. Der Preis war damit 350 Euro.


    PS: Ich habe den Bericht auch schon ins TTQV-Forum gepostet, aber ich gehe davon aus, dass nur wenige User von Pnav dort aktiv sind/lesen, deshalb dieses Posting.


    -Johannes

  • Hallo !


    Ich bin absolutes Greenhorn was GPs betrifft. Versuche mir aber gerade ein Bild zu verschaffen da ich häufig in den Bergen unterwegs bin und daher große Vorteile sehe.
    Meine Frage ist inwieweit durch die Verwendung der US Basemap Nachteile gegenüber einer deutschen entstehen.


    Vielen dank für die Info


    Helmut

  • Hallo!


    Der Nachteil ist, dass du im Auslieferungszustand keine Karten von Europa auf dem Gerät hast. Es sind zwar Landesgrenzen und ein paar größere Orte eingezeichnet, aber das wars dann auch. Straßen gibts keine. Bei einer europäischen Basemap sind Autobahnen und Bundesstraßen sowie auch kleinere Städte eingzeichnet.


    Spass macht allerdings beides nicht, weil die Basemaps wirklich spärlich sind. Wenn man was von der Möglichkeit Karten darzustellen haben möchte ist es unumgänglich welche zu kaufen. Wenn man dann mal Kartenkacheln aufs Gerät geladen hat wird an dieser Stelle die Basemap überschrieben und man hat keinen Nachteil mehr.
    Ein kleiner bleibt noch: beim Auto-Routing (erfordert recht teure Karten) reicht es, wenn man eine europ. Basemap hat AFAIK wenn man detailierte Kacheln von Start und Zielgegend aufs Gerät lädt, der Rest wird dann über die großen Straßen der Basemap geroutet. Allerdings habe ich fürs Auto meinen PDA, denn der kann im Gegensatz zum Garmin auch sprechen - und der Speicher von 24 MB ist für diesen Anwendungszweck auch viel zu klein.


    -Johannes

  • Vielen Dank,


    Das hat mir schon mal sehr geholfen.
    Ich denke bei den günstigen Preisen zu denen man die Teile aus USA bekommt macht das dann wohl auf alle Fälle Sinn.


    Gruß
    Helmut