ZitatAlles anzeigenOriginal von gloern
Hi Leute,
ich bin Euch - glaube ich - noch einen Erfahrungsbericht schuldig. Ich habe nämlich mittlerweile alles, was ich erst mal für die Fahrradnavigation benötige. Auch schon ein paar kleine (große mache ich eh nicht) Touren habe ich damit schon hinter mir.
Zur verwendeten Ausrüstung:
- iPAQ 2210
- Krusell-Tasche für den 2210
- Fahrradhalter (Bike-Holder) von Krusell
- Falcom Navi-1 BT-GPS-Empfänger (hat X-Track2)
- Eine handelsübliche Tasche von CaseLogic, die ich ursprünglich für meinen alten MD-Player eingesetzt habe
- TTN 3
Installation des PPC am Fahrrad
Wie in meinen voran gegangenen Postings ja schon erwähnt, wollte ich erst mal eine "schlanke" Lösung, ich denke, die habe ich jetzt.
Der Bike-Holder lässt sich einfach am Lenker montieren. Für unterschiedliche Rohrstärken werden zum Ausgleich Kunststoff-Streifen mitgeliefert. Diese werden bei Bedarf zwischen dem Halter und dem Lenker-Rohr angebracht. Hält bombenfest.
Zusammen mit dem Bike-Holder kommt noch ein Adapter, der hinten in die Halterung der Tasche eingeschoben wird. Dieser Adapter hat einen Rundkopf, mit dem das ganze dann in den Halter geschoben wird. Einmal eingerastet, hält es sehr fest. Der PPC hat dann zwar Spiel und lässt sich auch drehen, was aber nicht störend ist. Im Gegenteil, so ist der 2210 durch die Schwerkraft immer senkrecht. Evtl. werden so sogar weniger Erschütterungen an mein Spielzeug weiter gegeben. Und es hält!
"Installation" der Maus
Hier bin ich seeeehr pragmatisch vorgegangen. Einfach die Maus in die CaseLogic-Tasche und das Ganze dann auf den Gepackträger geklemmt. Hat bisher ebenfalls sicher gehalten. Und ich bin durchaus schon wirklich holprige Strecken gefahren.
Die Tasche ist übrigens aus Kunststoff und stört den GPS-Empfang in keinster Weise.
Einsatz von TTN3 als Fahrrad-Navi
OK, man muss ein wenig friemeln, aber es geht:
Wichtig ist, dass man seine Routen sinnvoll nur in der Kartenansicht planen kann. Denn nur über den dortigen "A->B"-Button kann die Option "Kürzeste Strecke" oder "Zu Fuß" ausgewählt werden. Ich empfehle "Zu Fuß" da ansonsten gerade hier im Ruhrgebiet doch auch schon mal die Autobahn in die Planung einbezogen wird. Und ich wollte eigentlich nicht regelmäßig in den Verkehrsnachrichten auftauchen.
Mit der Option "Zu Fuß" routet TTN nicht über die AB. Dafür bezieht er ansonsten jeden Weg ein, den er hat. Und hier werden die vielen verzeichneten Feldwege zum Vorteil. Aber man sollte ein wenig aufpassen, auch Einbahnstraßen und Fußgängerzonen werden gnadenlos so mit in die Route eingebaut, wie sie ein Fußgänger benutzen dürfte!
Zudem sollte die Option "Route automatisch neu berechnen" deaktiviert werden. Denn dummerweise springt TTN3 ja beim ReRouting immer wieder in den Modus "Schnellste Strecke", was mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder auf die Autobahn bringen würde.
Mit diesen Vorbereitungen lässt es sich auch auf dem Fahrrad durchaus komfortabel navigieren. Es macht mir einfach Spaß, ins Blaue hinein irgendwo hinzufahren, wo ich mich überhaupt nicht auskenne. Wenn ich dann zurück will, einfach die Route planen und ich komme auf dem direktesten Weg zurück ins traute Heim. Ein sehr beruhigendes Gefühl. Besonders, weil ich momentan eher abends unterwegs bin. Und im Dunkeln in unbekannten Gegenden wieder nach Hause zu finden, das ist nun wirklich ohne Navi kein Spaß!
Evlt. finde ich auch noch einen Weg, wie ich eine Reiseroute mit der Option "Zu Fuß" plane. Zur Zeit mach ich es so, dass ich die Routenpunkte zu Hause eingeben und dann der Reihe nach diese Punkte als Zielpunkt für die "A->B" Planung übernehme. Das führt zwar immer zu einer kleinen Pause bei jedem erreichten Zwischenziel, aber Pausen brauche ich momentan beim Radeln auch noch.
GPS-Empfang
Prima! Die Tasche stört wie gesagt gar nicht. Und da ich mich mit dem Fahrrad ja doch normalerweise auf eingezeichneten Wegen bewege, kommt es durch die Korrektur von TTN3 sehr selten zu den bekannten X-Track-Verzögerungen. Und wenn doch, so hat TTN3 immer sehr schnell wieder die tatsächliche Position gefunden. Und einen Sat-Abriss habe ich - außer in Tunneln - noch nie feststellen können. Auch stark bewaldete Wege waren bisher kein Problem. Wobei ich natürlich nicht permanent den PPC im Auge habe und auch kein Log-File erstellt habe. Somit mag es durchaus Sat-Abrisse gegeben haben. Aber dann haben diese die Funktion des Navis nicht merkbar beeinträchtig.
Fazit
Mit TTN3 und einer BT-Maus ist es auch mit relativ geringem finanziellen Zusatz-Aufwand möglich, ein Fahrrad-Navigations-System einzurichten, dass den Ansprüchen eines Hobby-Schönwetter-Fahrers genügt. Nur Regnen darf es nicht, denn wasserdicht ist bei meiner Lösung gar nüscht.
Und so richtig Off-Road geht mit TTN auch nicht. Da müsste es dann wohl doch ein Rasterkartenprogramm und evlt. eine Maus ohne X-Track sein.
So, ich hoffe, das hilft dem ein oder anderen. Und wenn ich mal gaaaaanz viel Zeit und Lust habe, stelle ich vielleicht auch noch ein paar Fotos von "meiner Lösung" ins Netz.
Rückfragen beantworte ich aber - soweit ich dazu in der Lage bin - gerne auch zeitnah.
Ciao
Gloern
Hallo gloern,
danke für deinen Bericht. Mal sehen, das steht vielleicht nächstes Jahr auch bei mir an. Deine Erfahrung macht zumindest Mut. Da könnte ich das sicher besser angehen.
Ciao
Willi