Virenschützer warnen vor Wurm BAGLE.A
Der japanische Hersteller von Antiviren-Software Trend Micro hat gestern eine weltweite Warnung vor dem Wurm BAGLE.A ausgelöst. Nach Analyse verschiedener Reports, die zunächst aus den USA und danach auch aus Europa eintrafen, stufte man das Schadens- und Verbreitungspotenzial des Wurms als hoch ein. WORM_BAGLE.A verbreitet sich über Email und versendet Nachrichten an Adressen, die er in Dateien mit bestimmten Dateinamenserweiterungen findet (WAB, TXT, HTM, HTML). Gefährdet sind Computer mit allen Versionen des MS Windows Betriebssystemes (Windows 9x/ME, Windows NT/2000/XP).
Der Wurm prüft das aktuelle Systemdatum und beendet sich selbst, wenn das Systemdatum der 28. Januar 2004 oder später ist. Nach der Ausführung wird die Datei BBeagle.exe mit dem typischen Dateisymbol des Taschenrechners (calc.exe) in das Systemverzeichnis geschrieben. Darüber hinaus sucht das Virus auf Port 6667 auf bestimmten Webseiten nach Updates.
BAGLE.A nutzt eine eigene Simple Mail Transfer Protocol (SMTP)-Engine für den Weiterversand.
So genannte "Social Engineering Techniques" arbeiten mit dem jeweiligen User vertrauten Dateinamen und animieren so zum Doppelklick, der zum Start des angehängten .exe-Files führt. Weitere Analysen von MessageLabs aus dem britischen Gloucester lassen vermuten, dass W32/Bagle-mm eine Backdoor-Komponente beinhaltet, die infizierte Rechner automatisch an Hacker-Kreise meldet, sobald eine Verbindung zum entsprechenden System hergestellt ist. Der Wurm versucht unter Umständen auch, den Download einer unter dem Namen Backdoor-CBJ bekannte Trojaner-Komponente zu initialisieren. Dieser Trojaner kann dann als Proxy Server fungieren, der wiederum weiteren Code installiert, um schließlich via Key-Logging an Passwörter zu gelangen.
"Wir haben bis dato über 60.000 Exemplare von Bagle abgefangen, Tendenz weiterhin steigend?, so Paul Wood, Chief Information Security Analyst bei MessageLabs. "Erstaunlicherweise bedient sich der Schädling nur sehr rudimentärer Social-Engineering-Techniken und enthält zudem ein Executable als Attachment. Dennoch weist Bagle auch Parallelen zum Rekord-Virus SoBig auf: Er verfügt über ein Verfallsdatum und versucht, den Download einer Trojaner-Proxy-Komponente zu initalisieren. Weitere Analysen werden zeigen, ob Bagle das Werk desselben Virenschreibers ist." (as)
[ Montag, 19.01.2004, 13:50 ]