Die nahe Geschichte zeigt uns doch deutlich, dass Nokia eher noch einer der letzten Mohikaner als einer der ersten ist. Ich möchte das, was Nokia gemacht hat, nicht in Schutz nehmen, es ist ganz sicher das Ergebnis mdernen Managementdenkens, wo man ausschließlich auf maximale Gewinnmaximierung ohne wenn und aber aus ist.
Eine Eigenschaft, die sich in der Zukunft vielleicht mal als Bumerang herausstellt.
Ein Beitrag aus dem Handelsblatt zeigt IMO deutlich, welcher Ohnmacht wir uns da ergeben müssen und dass das eher noch die Vorläufer einer zeitgeschichtlichen Entwicklung sind.
Die Regierigen nutzen es sogar noch für Ihre Propaganda. Rütgers tröstet eine Nokia-Matarbeiterin. Eben sagt er sinngemäß in den Nachrichten, dass er davon überzeugt ist, dass Nokia noch zu Gesprächen bereit sein wird, dabei weiß er es besser.
In Hessen werden - oh Wunder, knapp vor der Landtagswahl - SPD-ferngesteuert Elternbeiräte dazu missbraucht, gegen G8 zu protestieren. Usw.
Sorry, aber da weiß ich nicht, was schlimmer ist. Dass wir Regierige wählen, die Nokia mit Subventionen ein paar Jahre länger im Land halten, weil Arbeitslose noch teurer sind aber trotzdem mit dem Wissen, dass das nicht lange gut gehen wird. Und dann spielen sie noch die entrüsteten und wollen um jeden Arbeitsplatz kämpfen. Was für eine unendliche Verlogenheit. Oder ist Nokia schlimmer, die das ebenfalls wohlwissend mitmachen.
Egal was man davon hält oder wie man dazu steht, die eigentliche Sache, um die es hier geht, sollte uns viel mehr Gedanken machen. Der oben bereits erwähnte Beitrag aus dem Handelsblatt beschreibt das, was mit Deutschland passiert.
Den Aufruf zum Nokia-Boykott kann ich leider nur genauso belächeln wie den einstigen BenQ-Boykott. Wir sollten vielmehr die Regierigen boykottieren, die in jahrelanger harter Arbeit dafür sorgen, dass diese Entwicklung stattfindet.
Auf Heise.de gerade gelesen:
Des einen Leid, des anderen Freud'
PS: Ich habe ein N95 und werde es auch behalten, das nächste Mobiltelefon wird vermutlich auch wieder ein Nokia sein.