Reisezeiten in den USA

  • Wir waren knapp drei Wochen mit einem GO 910 in Florida und Georgia unterwegs. Die Zielführung war perfekt, alles andere als perfekt jedoch waren die kalkulierten Reisezeiten.


    Diese waren einigermaßen stimmig nur auf den mit unseren Autobahnen vergleichbaren Interstates und in den Ballungszentren, wo man durch viele Ampeln gebremst wird. Außerhalb jedoch, in der "Pampa" mit sehr wenig Verkehr, waren unsere echten Reisezeiten nur so zwischen 70% und 50% der von Tomtom berechneten.


    Wir hatten in unserem Mietwagen ab und zu mal das eingebaute System Hertz Neverlost (auf der Basis von Magellan) mitlaufen lassen. Dieses berechnete im Gegensatz zum Tomtom auch für die Fahrten durch die Pampa Zeiten, die mit denen von uns gefahrenen gut übereinstimmten.


    Daraus schließe ich, dass Tomtom in Nordamerika für normale "Landstraßen" mit viel zu konservativen Geschwindigkeitsprofilen kalkuliert. Vielleicht sind dies die gleichen (?) wie für Europa, wo man auf Landstraßen im Vergleich zu den Autobahnen ja auch wirklich nur recht langsam voran kommt.


    In Nordamerika jedoch sind viele der Landstraßen zweispurig ausgebaut, und sogar auf den nur einspurig ausgebauten Straßen, auf denen man nur ab und zu mal durch bebaute Gebiete kommt, ist man fast mit der gleichen Durchschnittsgeschwindigkeit unterwegs wie auf den Interstates.


    Ist das ein bekanntes Problem?

    Einmal editiert, zuletzt von tvi ()

  • Da wir im Mai 2008 auch nach Amerika fliegen,finde ich den Beitrag gut.Wir wollen ebenfalls nach Georgia (Atlanta landen und denn nach Marietta ).Im Anschluß New Orleans und zurück über Memphis.Habe auch das Go910 und hoffe,damit gut anzukommen.

  • Jedes Navigationsgerät berechnet die Ankunftszeit nach im System hinterlegten Geschwindigkeitsprofilen, also festgelegte Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Stadtstraßen, Landstraßen oder BAB. Diese Geschwindigkeitsprofile können mit dem eigenen Fahrverhalten recht gut übereinstimmen aber andererseits auch sehr stark abweichend sein - wie z.B. bei Tvi.


    Ich bedauere auch, dass diese Profile beim TomTom nicht einstellbar sind. Eine Rückfrage beim Support bestätigte dies. Dort wurde mir der Hinweis gegeben, dass ich im Menüpunkt "Höchstgeschwindigkeit" etwas austesten könnte, ob eine dort verändert eingestellte Geschwindigkeit meiner Fahrweise näher käme. Das habe ich versucht aber kaum eine Veränderung festgestellt. Das Verhältnis BAB zu sonstigen Straßen lasse ich einmal unberücksichtigt.


    Andererseits weiß ich ja nach geraumer Zeit, wie das TomTom mit der Ankunftszeit umgeht. Wenn ich z.B. 6 Std. fahre und regelmäßig 30 Minuten früher ankomme als zunächst vom Gerät prognostiziert, ziehe ich künftig diese 30 Min. bereits ab - oder nehme sie als "Puffer" für unvorhergesehene Staus :). Oder ich sonne mich in der Gewissheit, wie gut ich doch gefahren bin, dass ich trotz des hohen Verkehrsaufkommens so früh angekommen bin.


    Letztlich reden wir aber auch über ein Navigationssystem - das soll vordergründig die Fahrtstrecke gut vorgeben, nicht jedoch eine Ankunftszeit oder ein sonstiges Gimmick.

  • Zitat

    Original von Münsterländer
    Jedes Navigationsgerät berechnet die Ankunftszeit nach im System hinterlegten Geschwindigkeitsprofilen, also festgelegte Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Stadtstraßen, Landstraßen oder BAB. Diese Geschwindigkeitsprofile können mit dem eigenen Fahrverhalten recht gut übereinstimmen aber andererseits auch sehr stark abweichend sein - wie z.B. bei Tvi.


    Bei mir war es wohl eher keine Frage des Fahrverhaltens, denn ich hatte mich stets an die max. erlaubten Geschwindigkeiten gehalten. Diese waren aber im riesigen Gegensatz beispielsweise zu uns in D auch praktisch dauerhaft fahrbar (und in den USA fahren auch alle das jeweils erlaubte Tempo, oder auch etwas mehr), so dass dann die erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit sehr nahe an dem jeweils erlaubten Limit liegt. Dass andere Navis in USA das in ihren Parametern offensichtlich berücksichtigt haben, habe ich ja in meinem Beitrag erwähnt.


    Zitat

    Original von Münsterländer
    Andererseits weiß ich ja nach geraumer Zeit, wie das TomTom mit der Ankunftszeit umgeht. Wenn ich z.B. 6 Std. fahre und regelmäßig 30 Minuten früher ankomme als zunächst vom Gerät prognostiziert, ziehe ich künftig diese 30 Min. bereits ab - oder nehme sie als "Puffer" für unvorhergesehene Staus :).


    Wir hatten es richtig genossen, während einer beispielsweise anfänglich kalkulierten Fahrdauer von 3 Stunden die praktisch im Minutentakt sich reduzierende Ankunftszeit zu beobachten, um dann bereits nach 1:40 am Ziel zu sein. Aber das wussten wir ja bereits vorher, da das Neverlost-System uns diese Fahrdauer bereits zum Fahrbeginn prognostiziert hatte. :)


    Mein Verdacht ist, dass die europäischen Entwickler von Tomtom die hier stimmigen Parameter für mögliche Durchschnittsgeschwindigkeiten (z.B. angenommene 75% von der jeweils erlaubten Höchstgeschwindigkeit) auch auf die autoleeren Landstraßen in Nordamerika anwenden. Und da sind sie halt nicht mehr stimmig.


    Ich empfinde die Kalkulation der voraussichtlichen Ankunftszeit nicht als "Gimmick", und meine mehrjährige Erfahrung mit Tomtom zeigte mir auch bisher, dass diese bei uns bei normalen Verkehrsverhältnissen bewundernswert gut ist. Warum soll dies nicht auch in Nordamerika möglich sein?

  • Ich für meinen Teil bin sehr froh dass die Zeit bei uns so perfekt stimmt. Auch bei mehrstündigen Fahrten hier in Österreich stimmt die Berechnung üblicherweise auf wenige Minuten genau was im Geschäftswagen Gold wert ist und die Fahrweise erheblich entspannter macht.


    Viel zu lange berechnet das System nur auf freier deutscher Autobahn oder auf kurvigen, aber gut ausgebauten Bergstraßen, auf denen man ordentlich heizen kann. :D


    lg, Klaus

  • Also wir waren auch dieses Jahr in den USA unterwegs und bei uns haben die Zeiten eigentlich immer sehr genau gepasst. Waren so um die 6000 Meilen unterwegs und war mehr als zufrieden mit dem 910er.