Erfahrungen mit dem 720 T

  • Hallo,


    habe am Samstag in einem ProMarkt einen Go 720T gekauft und will nun von meinen Erfahrungen berichten...


    Gerät, Verarbeitung: Das Gerät ist an sich gut verarbeitet, die Halterung ist zwar sehr einfach, erfüllt aber ihren Zweck. Das einsetzen könnte etwas einfacher gehen, da die Führung relativ klein ist und man das Gerät blind einsetzen muss. Leider fehlt eine aktive Halterung, sodass ich Audio, TMC und Stromversorgung immer zusätzlich anschließen muss. Vorher musste ich meinen PDA in die aktive Halterung setzen und dann noch Audio dazu...


    Freisprecheinrichtung: Gut gelöst und komfortabel. Die Sprachqualität ist gut, aber insgesamt zu leise. Ich habe den TomTom über eine fastMute an die Autolautsprecher angeschlossen. Leider werden die Telefongespräche nur über den internen Lautsprecher ausgegeben. Bei lauter Umgebung (Fahrt auf der Autobahn) kann man den Gesprächspartner nur schwer verstehen und umgekehrt.


    MapShare: Absolut genial und für die Teleatlas-Karten im ländlichen Raum schon lange überfällig. Ich finde die Idee klasse. Nicht befahrbare Straßen lassen sich sofort sperren und werden bei der Navigation direkt (nach einer Neuberechnung) berücksichtigt. Auch Einbahnstraßen lassen sich so umkehren. Auch zeitweilige Sperrungen lassen sich eingeben. Gerade in ländlichen Gebieten ist bei der hohen Anzahl von Feldwegen im Kartenmaterial diese Möglichkeit Gold wert, wenn auch mit viel Arbeit verbunden. Diese Wege zu sperren. Diese Änderungen können auch von anderen Meldern übernommen werden. Nur wenn in einem Gebiet noch wenige Geräte mit diesem Feature unterwegs sind, ist viel Handarbeit angesagt.


    Benutzerführung: Die Menüs sind einfach zu bedienen und arbeiten sehr schnell (vor allem, wenn man MN6 gewohnt ist). Mann kann zwar eine QWERTY-Tastatur einstellen, aber leider kein QWERTZ. Genial ist die Funktion zum Diktieren der Zieladresse. Hier muss man aber öfters auf das Gerät warten, bis es explizit zum Sprechen auffordert. Ich neige noch oft dazu, zu früh los zu babbeln, was zu Fehlerkennungen führt. Wenn man aber auf das Gerät wartet, ist die Erkennung sehr genau (Als Tipp: bei richtig erkannten Orten oder Straßen sagt man besser "OK" anstatt "eins", denn "Eins" wird zuweilen auch als "Zwei" oder "Drei" erkannt, man kann auch per Sprachbefehl zurück gehen).


    Navigation: Nunja, leider offenbaren sich hier die größten Schwächen im Gerät, was zum Teil auch am Teleatlas-Kartenmaterial liegt, das hier in der Eifel noch, nun ja, überarbeitungsbedürftig ist. So ging es heute Nachmittag über eine Landstraße (laut Kartenmaterial L18 ), die sich nach 3 km als ungeteerter Waldweg entpuppte. Zum Glück kann man solche Straßen sperren. Wer wie ich aber vor allem im ländlichen Raum unterwegs ist und Termine einhalten muss, für den ist das einfach zu lästig. Die Schneifel wird so zum Abenteuerland (wo schickt er mich nun jetzt wieder hin).
    Dann ist mir heute auch eine rechts/links-Schwäche aufgefallen. Ich musste rechts ab und die Anzeige und der Sprachbefehl war "bleiben Sie links" (wer's nachstellen will fahre - oder simuliere - von Bitburg, Brodenheckstraße nach Prüm, bei der Auffahrt von der B257 Neuerburger Straße zur B51 muss man rechts ab, bekommt aber das Kommando links).
    Außerdem hat er eine E/B Schwäche. Bei Europastraßen nennt die Text to Speech Stimme oft B statt E. Es kommt also das Kommando, fahren sie auf die A60 / B29, es ist aber die E 29. Das E wird dann genannt, wenn die Straße zwei E-Bezeichnung hat. Also B60 / E29 / E 30, das zweite E wird korrekt angesagt, das erste falsch. (Zum Ausprobieren gleiche Strecke wie oben nur etwas später bei der Autobahnauffahrt Bitburg auf die A60 Richtung Lüttich.)
    Bei Bundesstraßen hört man öfters das Kommando "Bleiben sie links", wenn man an einem Rastplatz vorbeifährt. Das Kommando kommt nur dann nicht, wenn zum Rastplatz eine extra Verzögerungsspur führt. Wenn keine solche Spur vorhanden ist, kommt eine unnötige Ansage (Zum Ausprobieren von Olzheim nach Prüm auf der B51).
    Dörfer besitzen oft eine Straße mit dem Namen "Hauptstraße". Hier sagt die Computerstimme aber durchweg "Hauptstraße, Höflein an der". Wie das zustande kommt kann ich mir beim besten willen nicht erklären, hab es aber bis jetzt bei jeder "Hauptstraße" erlebt.
    Die Kartendarstellung ist flott. Zoomen und Rotieren geht Butterweich. Allerdings wirkt die Kartendarstellung recht grob (wenn man MN6 bei VGA und eigenen Kartenfarben gewohnt ist, nur ist da nix mit "butterweich"). Man merkt aber, dass sie viel Platz eingespart haben. Bei vielen kleineren Orten sind die Bebauungsgrenzen nicht eingezeichnet (Also der rote Hintergrund in den Ortschaften). Da sind die Karten von Navigon/Navteq doch schon detaillierter (aber auch viel größer). Eine Gesamteuropakarte käme dem Gerät bei einem Preis von 549 Euro gut zu stehen.
    Schade, dass er nicht die Höhe über NN anzeigt, daran habe ich mich zu sehr gewöhnt und will es nicht mehr missen. Schön dagegen ist das Merkmal "Reservezeit". Hat man einen Termin, gibt man die geplante Ankunftszeit an. Der Go zeigt dann zusätzlich die Zeitreserve zum Zielort.
    TMC klappt recht ordentlich, wenn man bedenkt, dass es nur eine Wurftantenne besitzt. Trotzdem sollte man sich die Zeit nehmen, um eine Buchse für einen Y-Adapter anzulöten (Anleitung auf den Internetseiten von Fastmute).


    Fazit: Das Gerät besitzt viele schöne Detaillösungen. MapShare ist eine Wegweisende Idee, die Freisprechanlage ist (bis auf kleine Schnitzer bei der Tonausgabe - nur über internen Lautsprecher) gelungen. Die Spracheingabe ist einfach klasse. Das Gerät lässt sich leicht und schnell bedienen. Leider hapert es bei der Navigation. In ländlichen Gebieten kann man es wegen dem Hang zur Feldwegnavigation fast nur Leuten mit Ortskenntnissen empfehlen (nur wozu brauchen die ein Navi??). Bei der Sprachausgabe und bei den Kommandos sollte TomTom die Software noch überarbeiten. Ich werde mein Gerät wegen der Schwächen bei der Navigation nicht behalten sondern wieder auf meine MN6-Kombo zurückgreifen). Wer will, kann mir das Gerät auch abkaufen, schickt mir einfach ein PN...



    Gruß
    Hendrik

    Einmal editiert, zuletzt von hendrik_1 ()

  • Schöner Bericht.


    Zitat

    Original von hendrik_1
    Leider werden die Telefongespräche nur über den internen Lautsprecher ausgegeben. Bei lauter Umgebung (Fahrt auf der Autobahn) kann man den Gesprächspartner nur schwer verstehen und umgekehrt.


    Man muss während des Telefonates die Lautstärke einstellen. Nur so kommt man an die Lautstärkeeinstellung für die FSE. Wenn statt der internen Lausprecher Fastmute benutzt werden würde, (was ja nicht geht) würde das echocanceling verrückt spielen.


    Ansonsten hab ich das mit der Eiffel auch schon gehört: absoluter Schwachpunkt von TA. Scheinbar waren "deine" Feldwege auch nicht als "ungepflasterte Wege" gekennzeichnet, sonst hättest du sie ausschließen können.


    Wollen wir mal auf Mapshare hoffen.


    Franz

  • Hallo ,


    Klasse ,dein erster Erfahrungsbericht mit dem ....., es hat sich wieder mal bestätigt ,das TA in Deutschland in sehr vielen Gegenden gegenüber Navteq ,weitaus mehr Nachteile hat ,als einige eingefleischte ...... Anhänger hier immer wieder versuchen zu vermitteln. .Was nützen mir die vielen Gimmicks ,wenn die Hauptfunktion ,und wir sprechen hier über ein Navigationsgerät ,in dem Land wo es verkauft wird und wo ich berufsbedingt nun einmal am meisten unterwegs bin ,nicht zufiedenstellend funktioniert,entschuldigung navigiert.Ich werde auch meinen HP 2410 m.BT Maus u.MN 5.2 erstmal weiter benutzen .Da ist übrigens Kartenmaterial v.02/05 drauf ,von..... na ihr könnts euch denken !!!


    Gruß cfc02

    Einmal editiert, zuletzt von cfc02 ()

  • Früher war es auf der Homepage dieses Forums üblich, dass man aktuelle ausführliche Testberichte fand, wo die Stärken und Schwächen der Systeme ausführlich dokumentiert wurden.


    Seit geraumer Zeit findet dies nun nicht mehr statt. Die Tests (Vergleichstabellen) sind mit ihren wenig aussagekräftigen Noten" kaum vernünftig zu gebrauchen.


    Um so mehr sind solch fundierten Erfahrungsberichte lobend hervorzuheben. Der Bericht zeigt, dass bedauerlicherweise leider auch bei der neuesten TT-Navigation im Prinzip alles beim Alten geblieben ist: Rasche Berechnungen, manchmal seltsame Sprachführungen, eine bei 3D wirklich sehr grobe Kartengrafik und eine Routenführung, die gelegentlich völlig indiskutabel ist (die berüchtigte Feld- und Waldwege-Navigation und bedingt durch fehlende Hintergrundinformationen ein Führen durch Straßen, die schon seit Menschengedenken so nicht befahren werden können, was ein Routen zum Abenteuer macht). Hier bleibt wirklich nur das Prinzip Hoffnung auf Besserung.

  • Nabend


    Eigentlich wollte ich mir das Teil kaufen,aber wenn ich das so lese.


    Ich finde das Tel eh schon völlig überteuert,549 und nicht einmal ne Schutztasche mit dabei.Das ist schon eine Sauerei:(


    Immerhin reden wir hier von fast 1100DM


    Aber dann noch veraltetes Kartenmaterial,das ist wirklich nicht schön.


    MfG Nero

  • Zitat

    Original von nero


    Aber dann noch veraltetes Kartenmaterial,das ist wirklich nicht schön.


    MfG Nero


    Veraltet würde ich nicht mal sagen. Zum Teil sind ganz neue Straßen dabei (z.B. Ortsumgehung Wehlen, eröffnet Juli 2007). Es sind halt diese für Teleatlas typischen Unstimmigkeiten, wie sie in ländlichen Gebieten häufig auftreten...


    Gruß
    Hendrik

  • Zitat

    Original von nero
    [...] Aber dann noch veraltetes Kartenmaterial,das ist wirklich nicht schön.


    Veraltet ist vielleicht nicht das Wort der Wahl.
    Oder haben wir inzwischen ein valides Datum der Karten??
    Wenn ja, bitte ich um Entschuldigung, der Zug ist dann an mir vorbeigerauscht.



    rttm

  • Zitat

    Original von hendrik_1
    Es sind halt diese für Teleatlas typischen Unstimmigkeiten, wie sie in ländlichen Gebieten häufig auftreten...


    Glaub mir, in den Großstädten ist es keinen Deut besser denn bspw. Abbiegeverbote scheren TeleAtlas einen Dreck.


    Sascha

  • Zitat

    Original von SaBo
    Glaub mir, in den Großstädten ist es keinen Deut besser denn bspw. Abbiegeverbote scheren TeleAtlas einen Dreck.


    TA-Karten haben sicher so einige Schwächen, aber das Abbiegeverbote TA einen Dreck scheren, geht eindeutig in Richtung grosse Übertreibung. Meinst du allen Ernstes, das alle TA-Nutzer orientierungslos in Deutschland tagelang auf irgendwelchen Feldwegen rumirren, verzweifelt nach dem richtigen Abbiegegebot suchend?


    Ich bin jetzt rund 35 000 km quer durch D mit TA gefahren. Es gibt sicher so manche Kartenfehler, die nicht durch Neubauten, sondern durch schlechte Erfassung vorhanden sind. Zweimal (!) wurde ich auf einen Feldweg gelotst. Jedes mal kurz vor dem Ziel. Das eine mal war es die Abkürzung, die der Ortskundige sowieso nimmt, das andere mal ne Offroadabkürzung :wand durch den Wald. Beide Fälle werden übrigends ab Navcore 7, also ab dem GO 720, nicht mehr beim Routing benutzt bzw. fragt der GO "ungepflasterte Strassen vermeiden?"


    Jedes Ziel habe ich bis jetzt gefunden und bin entspannt angekommen.


    Ich finde Navteq für D auch besser (auch wenn ich mir mehr Hausnummern wünsche). Aber Navteq hat auch Kartenfehler (gleich zwei hier um die Ecke und damit einen mehr als TA) aber man sollte TA nicht schlechter reden als sie sind.


    Franz

  • Zitat

    Original von Franz Jaeger
    TA-Karten haben sicher so einige Schwächen, aber das Abbiegeverbote TA einen Dreck scheren, geht eindeutig in Richtung grosse Übertreibung.


    Ich kann Dir hier in Köln im Umkreis von 500 Metern min. 4 fehlende Abbiegeverbote nennen.
    Praktisch am gesamten innerstädtischen Ring in Köln herrscht Linksabbiegeverbot sowohl auf dem Ring als auch an den Zufahrtsstraßen zum Ring,außer für TeleAtlas.


    Sascha


  • Zitat

    Original von heliboy007
    Meine "kurze" Erfahrung mit dem 7110er
    Hi Leute,
    ein kurzer Erfahrungsbericht (2 Tage) von meinem Navigon 7110 (ist schon wieder am Weg zum Händler zurück)....


    hendrik_1 gibt sein TOMTOM 720T zurück und
    heliboy007 sein Navigon 7110!
    Wollte eigentlich eines der beiden kaufen, aber was jetzt?
    Taugen beide nichts?

  • Zitat

    Original von SaBo


    Ich kann Dir hier in Köln im Umkreis von 500 Metern min. 4 fehlende Abbiegeverbote nennen.
    Praktisch am gesamten innerstädtischen Ring in Köln herrscht Linksabbiegeverbot sowohl auf dem Ring als auch an den Zufahrtsstraßen zum Ring,außer für TeleAtlas.


    Sascha


    Dein Lokalpatriotismus in allen Ehren, aber Köln ist nicht ganz Deutschland. Die Qualität der Abdeckung schwankt von Gegend zu Gegend. Das ist bei NT nicht anders.


    TA hat mit Sicherheit mehr Kartenfehler in D als Navteq. Keine Frage. Navteq ist bei der Erfassung von Strassen in D einfach schneller und sauberer und für die Navigation in D halte ich sie auch für besser.


    Man kommt aber auch mit TA problemlos ans Ziel. Bei NT scheitert man (jedenfalls ich) manchmal schon bei der Zieleingabe, weil er die Adresse nicht kennt und wenn man mal ins Ausland fährt, ist man froh TA auf dem Navi zu haben.


    Diese Diskussion ist IMHO schon tausend mal ohne Ergebnis gelaufen. Eine Verteufelung der TA-Karten halte ich aber für übertrieben, da sie auch ihre Vorzüge haben und auch ans Ziel kommt.


    Franz

  • Zitat

    Original von Regensburger



    hendrik_1 gibt sein TOMTOM 720T zurück und
    heliboy007 sein Navigon 7110!
    Wollte eigentlich eines der beiden kaufen, aber was jetzt?
    Taugen beide nichts?


    Hallo Regensburger,


    den Bericht von Heliboy habe ich auch gelesen und mir fällt dazu nur ein: Ein perfektes Navi gibt es nicht. Mein kritikpunkt am 720 ist vor allem die schlechte Kartenqualität in dem gebit, wo ich vorwiegend unterwegs bin. Die anderen Schwächen, die ich genannt habe, sind mit kleineren Softwareupdates behoben (oder sollten zumindest behoben werden können).
    Das 7110 hat sicher in meinem Gebiet bessere Karten (Navteq - die ich aus MN6 schon kenne) aber dafür andere Schwächen - Wackelhalter, Freisprechfunktion mit weniger Funktionen, kein Text to Speech. Offenbar kann man sich bei der derzeitigen Navi-Generation nur nach den weniger nachteilen entscheiden als nach den Vorteilen.


    Vielleicht würde ich mit dem Navigon 7110 glücklicher werden und Heliboy mit dem TomTom Go. Es hängt also sehr viel von den persöhnlichen Präferenzen ab...


    Gruß
    Hendrik

    Einmal editiert, zuletzt von hendrik_1 ()

  • Zitat

    Original von hendrik_1
    Mein kritikpunkt am 720 ist vor allem die schlechte Kartenqualität in dem gebit, wo ich vorwiegend unterwegs bin. Die anderen Schwächen, die ich genannt habe, sind mit kleineren Softwareupdates behoben (oder sollten zumindest behoben werden können).


    Das sehe ich im Grunde auch so. Wenn auch im meinem Gebiet TA und NT etwa gleichauf liegen.


    Mapshare ist aber wirklich toll. Hier in Berlin sind schon viele Dauerbaustellen über Mapshare erfasst und man wird drum rum geleitet. TMC hat diese Baustellen nicht in den Meldungen.


    Ich bin eigentlich guter Dinge, das sich die Qualität der TA-Karten durch Mapshare in den nächsten Jahren spürbar verbessern wird. Jetzt am Anfang wird das nicht soooo viel ausmachen.


    Franz

  • Zitat

    Original von Franz Jaeger
    Ich bin eigentlich guter Dinge, das sich die Qualität der TA-Karten durch Mapshare in den nächsten Jahren spürbar verbessern wird. Jetzt am Anfang wird das nicht soooo viel ausmachen.


    Es sollte gerade am Anfang extrem viel ausmachen.
    Im Laufe der Zeit sollten immer geringere Korrekturen nötig sein.


    Sascha