Vergleich See-Naviprog und Wunschliste

  • "Wasserdicht müssen die Geräte unter Deck nicht sein."


    Man braucht aber bei kleinen Crews (gerade auch bei Einhand) und gerade bei Dreckwetter die Geräte draussen.


    Ich bin 15 Jahre kleine Boote im Vierteltonner Grösse gefahren und habe 4 Geräte regelrecht ermordet (teilweise durch Rott auf der Platine-ohne direkten sichtbaren Wassereinbruch) und bin da sehr viel Geld los geworden.
    Die einzigen Überlebenden waren stets die wasserdichten Garmins bzw. vorher die alten Magellan-selbst die APs waren nicht so haltbar, da man unter Stress auch nicht so zart damit umgeht-
    Ausfallsicherheit von Indoor Lösungen ist im rauhen Bordalltag gleich 0 .
    Und prügelfeste PDA´s ?


    Kartendarstellung auf 3,5" eignet sich auch nur für Schönwetterspielereien schon gar nicht mit den Zwergl Schriften.


    Also geht es für mich ab 5" Zoll los und deshalb habe ich mir den auch bei knalliger Sonne sehr gut ablesbaren und vertraut bedienbaren Garmin 292 gekauft.


    Aber die Bluechart Module verderben es wieder .


    Die Module bzw. Karten darauf lassen sich nicht auf den PC übertragen (vielleicht kennt jemand einen Weg -PN )


    Die Daten sind häufig rappelalt- wer z.B. wissen will, wo die NVA Marinehäfen in Rostock 1998 waren, kauft sich die neueste 2EU021R von 2007


    Nach dieser Saison werde ich wohl eine umfangreiche Fehlerliste haben.


    Für den Preis von 375 eine Frechheit, und erst mal mutmaßlich kein Sicherheitsgewinn.


    Also bräuchte ich prügelfeste 5-7"Hardware mit NV Karten, leider gibt es das derzeit nicht. Das Programm dazu ist für mich weniger relevant- ich bin lange sehr gut mit Quovadis (VorläuferTTQ) ausgekommen


    cu,dehlya

  • Dann dürfte ja die neue 440er-Serie für Dich infrage kommen, haben SD-Karten und können über die Bluechartsoft/MapSource vom PC aus versorgt werden.
    Eine Auslesemöglichkeit aus dem Stand heraus wüsste ich nicht.


    Gruss

  • Hallo deyhla


    << "Wasserdicht müssen die Geräte unter Deck nicht sein."
    Man braucht aber bei kleinen Crews (gerade auch bei Einhand) und gerade bei Dreckwetter die Geräte draussen.>>


    Da stimme ich dir aus meiner Erfahrung völlig zu.
    Wie ich schon geschrieben habe, gilt dies besonders für Fahrtenjollen.
    Das wäre die beste Lösung, die du ja mit deinem Garmin292 jetzt auch praktizierst.


    Das ist aber nicht nur ein Problem von PDA's.
    Bordrechner und Laptops, die auf vielen Yachten vorhanden sind, sind ebenfalls nicht wasserdicht und somit der Korrosion ausgesetzt.
    Einen PDA kann man zur Not in ein Aqua-Pack stecken und diesen dann unter der Sprayhood platzieren, das dürfte mit Bordrechner/Laptop schwierig werden.


    Auf sehr vielen Yachten trifft man aber leider immer noch folgende Navigationslösung:
    Ein Einfach-GPS (ohne Kartendarstellung) unter Deck beim Kartentisch/platz.
    Im Aussenbereich ist nur der Kompass, Logge und Lot zu sehen.


    Bei dieser Kombination ist auch eine Kartendarstellung mit "nur" 3,5 Zoll eine enorme Hilfe, gerade bei kleiner Crew.
    Man hat sofort die Übersicht, wo man sich auf der Karte befindet. Der Navigator muss sich keine Positionsdaten aufschreiben und diese dann umständlich in die Karte übertragen.


    Kostenbetrachtung dazu:
    Wer auf seinem Boot nur ein Einfach-GPS (mit Datenausgang) und NV-Karten hatte, braucht nur noch seinen PDA plus Navigationsprogramm zusätzlich und hat dann einen Kartenplotter. Günstiger geht es wohl kaum.


    Bei Außenanzeigen aller Art kommt es nicht nur auf Wasserdichtigkeit an.
    Gerade bei kleinen Booten (auch Vierteltonner) muss man einen Platz finden, wo auch sichergestellt ist, dass man das Gerät sehen kann, bedienen kann und es gleichzeitig so geschützt ist, das die Halterung bei einer falschen Bewegung nicht abreißt.


    Korrosion:
    Wenn ein PDA unter Deck betrieben wird, ist die Korrosionsgefahr normalerweise wesentlich geringer als bei Bordrechnern:
    Einen PDA nehme ich nach Gebrauch vom Schiff, weil es ja ein leichtes und universelles Gerät ist, das ich auch für andere Zwecke benutze.
    Die effektive Aufenthaltsdauer in der Salzwasserumgebung ist daher nicht lang. Wer einen PDA über die ganze Saison im Boot läßt, sollte sich tatsächlich lieber eine andere Lösung überlegen.


    Zum Garmin 292:
    Wir reden ja eigentlich von Lösungsansätzen für universelle Pocketgeräte (PDA's oder Handys).
    Das Garmin 292 ist zweifellos ein tolles Gerät (...kann auch AIS...).


    Es ist aber absolut kein universelles Pocketgerät!


    Es ist ein fest zu installierender 12-Kanal-Marine-Kartenplotter mit Abmessungen von ca. 16 x 16 cm, einem Gewicht von 770g und einem hellen 5-Zoll-Display mit üblicher PDA-Auflösung.
    Ich bin mir nicht sicher, meine aber, dass es sogar ständig an Bordstrom angeschlossen sein muss, was bei einen maximalen Stromverbrauch von 10W auch nicht verwundern würde.


    Frage:
    Wo installiert man ein Gerät dieser Größe auf einer kleinen Yacht im Außenbereich, die keine instrumententaugliche Steuersäule besitzt?


    In der Regel wird dies in Niedergangsnähe unter der Sprayhood geschehen (ein Stromanschluss muss auch vorhanden sein).
    Wenn man mit der Pinne steuert, kann das Gerät wegen der Entfernung nicht bedient werden und der Augenabstand ist so groß, dass zwangsläufig ein größeres Display benötigt wird.


    Zur Erinnerung: Beim PDA unter Deck, sitzt man direkt vor dem Gerät. Wenn NV-Kartensätze vorhanden sind, habe ich parallel zu meiner 3,5 Zoll-Anzeige eine bis ca. 30 Zoll-große Übersichtskarte ständig im Blick.
    Die 3,5-Zoll-Anzeige ist immer ein exakter Ausschnitt der Papierkarte und somit ist es sehr einfach, die aktuelle Position auf der Papierkarte zu finden.
    Das geht mit Vektorkarten nicht so einfach.


    Ich finde wir sollten uns wieder auf gängige Navi-Software für PDA/Handy beschränken.
    Das ist eigentlich Thema dieses Beitrags.(Die Garminsoftware konnte ich übrigens auch nicht installieren).
    Es gibt für jeden Anwendungsfall und für jeden Geschmack immer bessere Hardwarelösungen.


    Nachteil dieser Lösungen ist leider auch immer, dass sie wesentlich teurer sind, da ich die Spezialgeräte, ganz abgesehen von den teureren Karten, zusätzlich zu meinem ohnehin vorhandenen PDA/Handy kaufen muss.


    Ich denke, es sollte in diesem Beitrag darum gehen, die besten Software-Lösungen für unsere "bürotaugliche Kompromiss-Hardware" (also. PDA/Handy), zu finden oder anzuregen.


    Tritonnavi

  • Hallo,
    ich möchte noch einen kleinen Nachtrag liefern:
    Das Programm "AFTrack" ist in einem wesentlichen Punkt noch "seetauglicher" geworden.


    Es besitzt jetzt 3 Pointer zur Auswahl.
    einen kleinen Pfeil (wie vorher),
    einen großen Pfeil (der ist auf "echten" Handys, also kleines Display, besser zu sehen)
    und einen Kreuzpointer.


    Der Kreuzpointer besteht aus 2, im rechten Winkel, sich kreuzenden Linien und dreht sich entsprechend des Kurses über Grund.
    Eine Linie zeigt immer in Richtung des potentiellen Kurs über Grund und ist in der Strichtstärke dreifach einstellbar. (auf kleinen Displays hätte man sonst Schwierigkeiten)


    Wenn man, was man immer machen sollte, den Track aufzeichnet und diesen in einer Farbe anzeigen lässt, die von der Farbe des Pointers(rot) abweicht, hat man eine sehr gute Übersicht und kann den potentiellen Kurs über Grund sehr gut sehen.


    Mit der rechtwinklig zum Kurs über Grund verlaufenden Pointerlinie (Strichstärke fest eingestellt auf 1-Punkt), lassen sich Wendekurse gut abschätzen (natürlich nicht so spezifisch, wie beim einstellbaren Pointer von SegelOzi).


    Damit ist AFTrack in den gesamten Eigenschaften ein gutes See-Navi-Programm.


    Einen gewaltiger Haken dieses Programms bleibt aber:
    Es kann bisher keine BSB4-Karten darstellen!
    Wie ich gehört habe, scheint sich der Kartenhersteller (NavTech) bisher auch nicht zu bewegen.


    In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal die Frage stellen:


    Wie kann man das Kartenbild aus OziCE-Karten extrahieren?


    Wenn man eine Bilddatei einer BSB4-Karte erstellen könnte wäre das Problem Seekarte für AFTrack (und sicherlich ein paar andere Programme) einigermaßen gelöst.


    Die Karten für OziCE(PDA) dürften keinen besonderen Schutzmechanismus haben. (im Gegensatz zu BSB4-Karten für den PC)


    Gruß
    Tritonnavi

  • Hallo tritonnavi,


    ich habe inzwischen ein Programm gefunden, in der Praxis auf dem Wasser aber noch nicht ausprobiert, von dem ich bereits jetzt so begeistert bin, dass ich es Dir zum Anschauen empfehlen möchte.
    Das Programm heißt wingps 4 mobile von der Firma www.stentec.nl und erfüllt fast alle Deine (unsere) Wünsche - auch die Autobahndarstellung und noch vieles mehr!
    Was das Programm nicht kann ist der direkte Aufruf von GoTo über Tasten. Dafür werde ich mir noch einen Skript schreiben und es gibt keine Möglichkeit, den Wendewinkel darzustellen.
    An der Möglichkeit zur direkten Übertragung von Wegpunkten wird gerade gearbeitet.
    Karten können online aktualisiert werden.
    Ich wundere mich, dass diese Empfehlung nicht schon früher gekommen ist?!!!!


    Gruß Thomas