Da ich aus diesem Forum schon so viele wertvolle
Hinweise erhalten habe, möchte ich die Erfahrungen meiner letzten
Frankreichreise beisteuern. Es war der erste Test meines nüvi 350 (damals noch Firmware 3.62 beta / GPS 2.70) auf einer längeren WoMo-Tour bis in den äußersten Westen der Bretagne.
Positiv:
- die Navigation in den Städten ist Spitze. Die Navigation bei der Durchquerung von Paris auf dem berüchtigten Autobahnring war
absolut professionell. Selbst im sechsspurigen Verkehr kamen die Ansagen immer mehr als rechtzeitig (z.B 'in 1,7 km rechts halten auf xy..') und man konnte sich frühzeitig zur richtigen Spur orientieren, ohne hektische Suche nach Wegweisern und gefährliche Spurwechsel. Auch die Tunneldurchfahrten brachten das nüvi nicht aus dem Tritt und am Tunnelende war die Navigation sofort wieder zur Stelle.
- Durch die geringen Abmessungen ist das nüvi halt immer dabei !
Beispiel: Nach einer Radtour haben wir uns auf dem Rückweg verfranzt und kamen zwar im Richtigen Ort wieder an, aber an einer völlig unbekannten Stelle und ohne jede Ahnung wo der Stellplatz liegt.
nüvi auf Fahradmodus programmiert und Stellplatz als Ziel eingegeben. Mangels Fahrradhalterung wurde das nüvi in das oberste Fach im Rucksack verfrachtet. Das Display war so zwar nicht lesbar, aber an jedem Abbiegepunkt erklang in meinem Nacken laut und deutlich Steffis Stimme und gab mir ihre Anweisungen. Die überraschten Blicke der Passanten waren zusätzlich sehenswert!
- Die Kartenaktualität in Frankreich ist sehr gut. Zwar ist noch nicht jeder Kreisverkehr aktuell, aber bei dem Tempo mit dem die Franzosen neue bauen, kann man das auch kaum erwarten.
Einschränkungen:
- bei Streckenwahl nach touristischen Gesichtspunkten helfen die Optionen kürzeste Strecke / schnellste Strecke natürlich wenig (und die Option 'schönste Strecke' kann man von einer Maschine wohl nicht erwarten).
Dass nur ein Zwischenziel angegeben werden kann ist da doch eine erhebliche Einschränkung!
Wir sind dann solche Strecken eben manuell nach Karte gefahren und haben den Navigationsmodus nur für den 'Endanflug' zum Stellplatz benutzt. Am nächsten Morgen habe ich auf der nüvi-Karte dann einfach auf die passende Ausfallstraße getippt und mich damit zum Startpunkt der nächsten Tour führen lassen. Trotz der genannten Einschränkungen ist aber auch das sehr hilfreich!
Negativ:
- Die Streckenführung auf langen Etappen ist manchmal sehr eigenwillig und sollte vor dem Losfahren unbedingt auf der Kartenanzeige kontrolliert werden!
Beispiel: Streckenberechnung von meinem Wohnort 67435 Neustadt nach Rennes Frankreich.
Einstellung Auto/Motorrad, schnellste Strecke Mautsraßen zugelassen.
Die Strecke wird brav über Paris- Chartres-Le Mans geführt, so wie man auch manuell nach der Karte fahren würde.
Gleiche Einstellung, aber Mautstraßen ausgeschlossen:
Das nüvi benutzt nicht die fast immer mehr oder weniger zu den Autobahnen parallel verlaufenden Nationalstraßen sonden wählt eine Strecke über Belgien! und dann in wilden Zick-Zack-Sprüngen durch Nordfrankreich. Die Fahrstrecke bis Rennes beträgt dann fast 1200km - bei normaler Route wäre man damit schon fast 100km über das westliche Ende Frankreichs hinaus im Atlantik!
Fazit:
Das nüvi ist ein feines kleines Gerät, das ich nicht mehr missen möchte - aber mit Nachbesserungsbedarf bei den Zwischenzielen und teilweise auch beim Routing-Algorithmus.