Reisebericht

  • Ende Juli ging ich mit einem smart-Roadster, Sohn Nr. 2, einem Zelt und meiner Transe 6000 mit Navigon 5.2 auf die Reise von der Nordsee ans Mittelmeer. Ich will mal hier kurz Schildern, wie uns das Navisystem dorthin und wieder zurück gebracht hat.


    Etappe 1 - Wilhelmshaven ---> Herrenwies / Schwarzwald (90 Einwohner, 1 Campingplatz)


    Zunächst erfreut, dass das Navi den Zielort überhaupt kannte. Also Ziel eingegeben und losgefahren. Nach 680km, 6,5h und einer Stauumfahrung dank TMC bei Frankfurt/M. angekommen. Routenführung m.E. ok.


    Etappe 2 - Herrenwies ---> Thonon les Bains am Genfer See (Südufer/Frankreich)


    Ziel eingegen, 450km später angekommen. Ohne Stau, TMC empfang auf fast der ganzen Strecke, auch in der Schweiz, war aber auf Grund der guten Verkehrslage gar nicht notwendig. Routenführung ok.


    Etappe 3 - Thonon les Bains --> Menton an der Cote d'Azur bei Monaco


    Hier war am Navi lediglich die Kartendarstellung eingeschaltet, weil wir nicht einer optimale Route folgen wollten, sonder die "Route des Grandes Alpes" abfahren wollten. Hier folgt ein Wahnsinnspass dem Anderen, ca. 700km abenteuerliche Passstrassen, welche teilweise nicht viel breiter sind als ein PKW. Hierzu nur soviel: das Navi kannte ausnahmslos alle Strassen, waren sie auch noch so unbedeutent. In den insgesamt 4 Tagen, die wir uns für diese Wahnsinnstour vorgenommen hatten, kein einziger Naviausfall (wie gesagt, lediglich Kartendarstellung)


    Etappe 4 - Cote d'Azur - Monaco - Nizza (hin und her)


    Navi arbeitete Wunderbar, Zeltplatz war ca. 15 km von der Mittelmeerküste weg (aus Kostengründen, dort ist alles schweineteuer). Am Campingplatz Koordinaten gespeichert, immer problemlos wieder hingefunden.


    Etappe 5 - Cote d'Azur --> Südschweiz / Vicosoprano


    Ziel eingegeben, losgefahren. Zunächst ging es an der Cote d'Azur entlang die Via Aurelia Richtung San Remo und Genova. Dann auf die Autostrada Richtunfg Mailand, alles problemlos. Dann überkam mich der Wahnsinn (lags an den 38°C, hmm eigenlich hatten wir ne Klimaanlage). Naja, ich kam auf die bekloppte Idee, kurz vor Mailand die Autobahn zu verlassen und mittendurch zu fahren. Schließlich sollte man Mailand gesehen haben, wenn man schonmal da ist :-D) . Nun ja, hier versagte nicht nur das Navi, (nicht der SAT-Empfang, der war sogar in den engsten Häuserschluchten klasse), sondern auch mein Verstand ob der ungefähr 10 Milliarden bekloppter Motorrollerfahrer und sicher 5x soviel durchgeknallter Autofahrer. Naja, dass das Navi versagte stimmt so eigentlich nicht, schließlich hat es uns aus dem Gewusel auch wieder herausgeführt und uns auf die richtige Richtung gebracht (wenn auch mitten durch Monza (genauso bekloppt, aber wir sind wenigstens mal da gewesen :D ).
    Ok, 2 Stunden nach dem kleine Ausflug in die italienische Metropole endlich am Campingplatz in der Südschweiz gewesen und total fertich in die Penntüte gekrochen :O .


    Etappe 5 -Vicosprano ---> Rheinfall bei Schaffhausen


    Im Eiltempo durch die Schweiz. D.h. von Sankt Moritz (ganz in der Nähe von Vicosoprano) über den Julierpass nach Chur, von dort via Autobahn nach Schaffhausen. Navi hat wunderbar gearbeite, bräuchte man dort aber eigentlich gar nicht, weil es dort nicht soviel Auswahl an Strassen, die man benutzen könnte, gibt. Zelt aufgebaut, Rheinfall angekuckt, Feierabend für diesen Tag.


    Etappe 6 - Schaffhausen --> Wilhelmshaven.


    siehe Etappe 1, nur ohne Stauumfahrung. Die Strassen waren frei.


    Fazit: Zum ersten Mal solch eine lange Reise völlig ohne Papierkarten gemacht, und ich bin sehr zufrieden. Die Beurteilung der Routenführung kann meinerseits natürlich nur rein subjektiv sein, da mir die Ortskenntnis fehlt, aber ich denke, viel besser gehts nicht. Bis letzten Monat bin ich mit einem TomTom700 rumgefahren. Bei dem Gerät hat mit das Handling etwas besser gefallen, die Routenführung fand ich ähnlich gut. Bei reinen Urlaubsfahrten ohne Zeitdruck kann man m.E. auf TMC verzichten, bei Handlungsreisenden oder Berufskraftfahrern sieht das sicher anders aus. Wenn ich den TomTom nicht für einen sehr guten Preis hätte vertickern können, hätte ich mich jedenfalls über die Investition in die Transe geärgert. Nicht falsch verstehen, ich denke, beide Geräte bzw. die Software sind gut, nur eben anders. Für mich persönlich jedenfall hat der Wechsel nichts gebracht.


    Ach so, wer sich für Bilder der Reise (teilweise wirklich sehenswert) intressiert, hier gibs die zu sehen: Zu den Bildern





    Gruß,


    Klaus

    5 Mal editiert, zuletzt von smartwhv ()

  • Hallo Klaus,


    vielen Dank für deinen informativen Bericht. Ähnliche Erfahrungen habe ich mit dem MN5 von Bayern nach Südfrankreich auch gemacht.


    Gruß ferris

  • Hallo Urlauber,


    wir waren vor zwei Wochen in Spanien, Naehe Torrevieja.


    Das 6000T arbeitete sehr gut und hat uns viel Sucherei erspart. Die Karten sind . im uebrigen auch so von Navigon angegeben - fuer Spanien nicht 100% vorhanden, das war aber im grossen und ganzen kein Problem. Vorteilhaft war im uebrigen auch die Moeglichkeit Mautstrassen "auszuschalten"...


    Wir haben aber dennoch festestellen muessen, dass viele Kreisverkehre noch nicht eingezeichnet waren oder bei vorhandenen Kreisverkehren die Ausfahrt falsch war. Ein Blick auf die Karte hilft dann jedoch meist weiter...


    In zwei Wochen hatten wir vier Mal das Problem, dass das 6000T sich aufgehangen hat oder ploetzlich keine Karte mehr anzeigte. Dies war aber eindeutig auf die hohen Temperaturen zurueckzufuehren.


    Ich selber lebe in den Niederlanden und bin auch hier aeusserst zufrieden. TMC funktioniert einwandfrei. :) An der ein oder anderen Stelle wuerde ich anders fahren, aber man kommt immer gut ans Ziel.


    Gruesse,
    Thomas

  • Die Reisefotos machen ja Lust auf Alpen. Aber ich glaube, ich habe dazu leicht das falsche Auto. Da der Trend zum Drittwagen geht, sollte ich vielleicht doch noch mal über den Reliant Scimitar Sabre nachdenken. 880kg Plastikwanne mit 2.0l-Motor und Bremsanlage vom Sierra Cosworth und den handlichen Abmessungen eines britischen Roadsters sind deutlich besser geeignet für die gezeigten Straßen als ein 4,90 x 1,98m großes Schlachtschiff mit 12,5m Wendekreis und einer chronisch überforderten Bremsanlage :D

  • Einen 2.0l Motor habe ich auch nicht, sondern nur 699ccm und 82PS. Aber dennoch ist der smart-Roadster für solche Strassen einfach nur geil :) (Der hat auch nur 750kg Lebendgewicht)

  • Jo, der 1.4er Rover K-Motor würde es auch tun, zumal die Cossies eh eine Minderheit bilden und einen zu finden schon dicht am Sechser im Lotto liegt. Der normale Rover K macht das Ding aber flott genug, zumal dank variabler Nockenwellensteuerung und der typisch britischen Bauart mit langem Hub und großer Schwungmasse genug Drehmoment für schaltfaules Fahren auf Serpentinenstraßen vorhanden ist. Wenn der Schaltknüppel bei 80-90% aller gebauten Scimitars eh auf der falschen Seite ist (wie eigentlich alles, Rechtslenker eben) und dann auch noch so ein Schaltlegastheniker wie ich (in den letzten 4 1/2 Jahren 60000 km auf Automatik und vielleicht 2500 auf Schalter) gar nicht so verkehrt :rofl


    [Blockierte Grafik: http://carcatalog2.free.fr/hist9kk8.jpg]

  • Zitat

    Original von smartwhv
    Schließlich sollte man Mailand gesehen haben, wenn man schonmal da ist :-D) . Nun ja, hier versagte nicht nur das Navi, (nicht der SAT-Empfang, der war sogar in den engsten Häuserschluchten klasse), sondern auch mein Verstand ob der ungefähr 10 Milliarden bekloppter Motorrollerfahrer und sicher 5x soviel durchgeknallter Autofahrer. Naja, dass das Navi versagte stimmt so eigentlich nicht, schließlich hat es uns aus dem Gewusel auch wieder herausgeführt und uns auf die richtige Richtung gebracht (wenn auch mitten durch Monza (genauso bekloppt, aber wir sind wenigstens mal da gewesen :D ).


    @smartwhv


    Falls ich auch mal nach Mailand will / muss: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, warst Du in Mailand mit dem Navi nicht so richtig zufrieden. Wieso ?


    Grüße,
    Dr. No

  • Ich selbst war auch schon mal in Mailand.....


    Denke, er meint nicht die Navi, sonder die lokalen Autofahrer, die sich weder an Spuren, Abbiegevorgaben, Ampeln oder sonst irgendetwas halten, was einen deutschen Autofahrer schier zur Verzweiflung treibt (besonders, da man weder das eigene noch ein gemietetes Auto als Blechklumpen wieder daheim haben moechte).


    Die lokalen Autofahr"sitten" machen es schlicht unmoeglich, sich an noch so gut gemeinte Hinweise wie "in 700m rechts abbiegen" zu halten....


    Gruss
    Martin

  • Martin hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Navi als solches hat schon gut gearbeitet, nur hat man kaum Gelegenheit, drauf zu schauen. Wegen der ständigen Huperei kann man von der "Else ihr Geschrei" auch nur Fragmente mitbekommen. Eigentlich kann man nur ganz grob nach dem Navi fahren. Zum einen ist es so wie Martin schreibt, dass es oft unmöglich ist, sich an die Anweisungen zu halten, weil man einfach nicht die Spur wechseln kann (vielleicht bin ich auch nur nicht abgewichst genug für den dort herschenden Fahrstil), zum anderen kannste kaum auf Navi achten, weil die Nerven für uns deutsche Kraftfahrer sowieso schon blank liegen 8o . Der Italiener im Auto ist ja eigentlich die Ruhe selbst, in etwas so: [Blockierte Grafik: http://smileys.smileycentral.com/cat/14/14_6_18.gif]


    tschüss,


    Klaus

    Einmal editiert, zuletzt von smartwhv ()

  • Kleiner Tip: man muss sich anpassen, dann kommt man durch. So hab ich zwei Wochen Tessin und angrenzendes Italien überlebt (der Tessiner als solcher ist auch Italiener, da die kulturellen und mentalen Einflüsse von dort auf Uferstraßen und übers Wasser einfach einreisen können, während die deutsche Kultur sich in Göschenen einem beeindruckenden Naturhindernis gegenübergestellt sieht, dessen durchlöcherung noch nicht lange genug her ist, um Ruhe und Ordnung im Tessiner Leben zu schaffen - und ehrlich gesagt, ich mag die italienische Lebensart eigentlich genug, um zu hoffen, dass die Deutsche Kultur auf ewig am Gotthard enden möge.


    Wer mal in Locarno sich bei "links ist frei" mit quietschenden Reifen und elegantem Haken in den Zwischenraum zweier Verkehrsinseln gequetscht hat, um dann auf "rechts ist frei" (oder besser gesagt "hinten ist frei", weil man das Auto nur mit besagtem Haken bereits um 90° gedreht in Fahrtrichtung in die Lücke kriegt) zu warten, während links und rechts die Stadtbusse an einem vorbei brummen, den schockt nichts mehr.
    Spuren werden übrigens gewechselt, wenn neben einem eine Lücke ist, die länger als das Auto ist, egal was hinter einem kommt (so lange das, was kommt nicht "Tatütata" macht)


    Wenn man im wohl bekannten Cartoon von Bruno Bozetto einfach "Rot = Italiener" und "Grün = Deutscher in Italien" setzt, dann kommt das ganz gut hin.
    http://www.fahrtipps.de/fundgrube/fahrschule-bozzetto.php


    Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Mutter, die eine sehr schwierige Beifahrerin ist, im Tessin und Norditalien lieber mit mir, der sich von den Einheimischen fahrstilistisch hat assimilieren lassen, gefahren ist, als mit meinem Vater, der versucht hat, in der Gegend mit Befolgung der Kaiserlichen Reichsstraßenverkehrsordnung voran zu kommen...


    Mirko

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