Ursachenforschung zu GPS-Empfangsproblemen

  • Zitat

    Original von ohiggins
    ihr habt mich wohl etwas missverstanden bzw. ihr kennt den MD96700 nicht? :bpl


    ich habe genau diesen MD96700 (s.o.) und keine Probleme mit dem Querbetrieb (s.o.).


    Die 312 MHZ Taktfrequenz stören den GHz-Bereich der Satelliten sicher nicht... Es kann höchstens eine Beeinträchtigung durch Abdeckungseffekte (s.o.) zustande kommen.

  • Zitat

    Original von ohiggins
    ...
    Natürlich müsste man diese Behauptungen durch Logfiles und am besten im Vergleich mit einem zweiten System untermauern, weil sich die Bedingungen ständig ändern, aber wie gesagt, das war ein subjektiver Eindruck.
    Und auf freiem Feld über längere Zeit (wenn auch im Pkw) keinen Fix zu bekommen, erscheint mir bemerkenswert.


    Gruss,
    Bernhard


    Hallo Bernhard


    Du brauchst kein zweites Geraet dazu. Starte einfach ein LogFile in einer PDA-Ausrichtung. Waehrend die Aufzeichnung laeuft, drehst Du den PDA in die andere Ausrichtung. Wenn es da Unterschiede gibt, kann man die im LogFile erkennen. Und auf diese Art hat man auch die unterschiedlichen SAT-Konstellationen, die zu verschiedenen Zeiten vorhanden sein koennen, eliminiert.


    Welches Fahrzeug faehrst Du denn? Oder ist dies auch nur von der PDA-Ausrichtung abhaengig?

  • Zitat

    Ich habe aber in diesem Forum von einem Trick gelesen, dass ein Softreset kurz vor starten des MN5.1 die initiale Zeit bis zum Fix verkürzt. Das konnte ich bestätigen. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass auch ein GPS-Reset über das Programm eUtility ausreicht. Einfach mal ausprobieren...


    Den Softreset-Trick habe ich gepostet. Gerade habe ich mal Deinen GPS-Reset und meine Softreset einem eingehenden Test unterzogen. Der Zeitgewinn bis zum ersten Fix ist auch bei einem GPS-Reset bei meinem Gerät deutlich.


    Die Frage wäre, ob dieser Zeitgewinn auch beim Softreset darauf beruht, dass gleichzeitig intern ein GPS-Reset durchgeführt wird, oder ob unterschiedliche Effekte auftreten.


    @all
    Kann man den GPS-Reset z.B. über eine Batch-Datei immer vor dem Start des Navigators ausführen lassen, ohne dass man immer erst das eUtility aufrufen muss?

    Einmal editiert, zuletzt von gehps ()

  • @gehps: Deine Fragen sind berechtigt; vielleicht kennt sich hier jemand genauer aus. Vielleicht gibt es in dem Programm eUtility sogar Kommandozeilenparameter, mit denen man das Programm in einem Batchprogramm zusammen mit den MedionNavigator aufrufen kann. Wenn ich mal VIEL Zeit habe, schmeiß ich mal meinem Hexeditor an...


    Heute habe ich allerdings einen schlag vor die Fresse gekriegt; auf dem Weg zur Arbeit habe ich trotz Softreset bei strahlend blauem Himmel während mindestens 15 Minuten im Auto keinen Fix bekommen; als ich da war (natürlich kenne ich den Weg), musste ich den Navi ohne Satfix ausschalten, das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Ich weiß nicht, ob der Softreset (und der GPS-Reset) eine sichere Garantie für einen schnellen Fix ist...

  • mir ist vor Kurzem folgendes aufgefallen: Spaziergang, neues Spielzeug mitgenommen, Antenne horizantal ausgerichtet, visGPS gestartet und auf´s Display gestarrt. Innerhalb von Sekunden sind die grauen Balken (SAT´s in view) bis zum Anschlag gewandert. Das Gerät hatte nach ca. 5 sek. 8 SAT gefunden. Doch obwohl 5 davon eine Signalstärke fast bis zum Anschlag hatten, dauerte es ca. 2 Minuten bis anfangs 3, später alle 8 Balken blau wurden (SAT´s in use).


    Warum braucht unser Gerät so lange, bis es mit den empfangenen Daten navigieren kann? Am Empfang dürfte es wohl nicht liegen, sonst hätte ich nicht so schnelle und starke Balkenausschläge, oder?


    Stefan


  • wo finde ich dieses eUtility? ?(




    die Batch könnte man über Mortrun machen ;D

    Roland


    Tauchen macht dumm und gleichgültig...
    Ich weiß zwar nicht warum, aber es ist mir egal :rolleyes:

  • Zitat

    wo finde ich dieses eUtility?


    Start-Einstellungen-System-eUtility


    ...das mit dem grossen M ;)

  • Hallo zusammen!


    Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Leute von GPS-Problemen mit dem MD96700 berichten. Man gewinnt bald den Eindruck, daß hiervon jede Menge "Montags-Geräte" im Umlauf sind. Besonders böse Zungen würden sogar noch weitergehen und sagen, daß die ganze Serie an einem Montag gebaut wurde (Speicherprobs WM5)... ;)


    Ich will hier kein großes Referat über GPS halten, aber wenigstens mal etwas zusammenfassen und für etwas mehr "Verständnis" werben, wobei ich den Frust natürlich verstehe:



    Die Antenne sollte natürlich möglichst waagerecht stehen, so wie in der Bedienungsanleitung gezeigt. Idealerweise befindet man sich dann noch unter freiem Himmel - dann klappts normalerweise auch mit dem ganz schnellen Fix mit allen Satelliten, die ausreichend hoch über dem Horizont stehen. Das setzt natürlich voraus, daß der Empfänger weiß wo er zuletzt stand und die Sats kennt die theoretisch am Himmel stehen mußten - "Sats in View". "Ausreichend hoch über dem Horizont" meint, daß "Sats in View" nicht gleichbedeutend mit "Sats in Use" sein muß, denn der Empfänger bezieht einen Sat überhaupt erst in seine "Solution" ein, wenn der Sat eine bestimmte Höhe über dem Horizont erreicht hat. Bei mir sind 7.5° eingestellt, was sicher ein sinnvoller Wert ist. "Getrackt" wird ab 5°.



    Die nächste Hürde, die ein Sat nehmen muß, ist seine Signalstärke. Damit steht oder fällt natürlich auch die Qualität seiner übermittelten Signale. Diese Signale sind extrem wichtig und erst wenn der GPS-Empfänger damit einigermaßen "zufrieden" ist, einige wichtige Daten eingesammelt und verarbeitet hat (das ist der "Status" der bei manchen Programmen für jeden Sat angezeigt wird - die "Bestnote" in Hex ist 0xBF), kann der Sat auch benutzt werden. Und es ist klar, daß es bei schlechtem Empfang länger dauert oder gar unmöglich ist/wird, diese Signale zu empfangen und aufzubereiten. Die "Erst-Einschaltschwelle" scheint wirklich bei 28dB zu liegen, so stehts zumindest in den SiRF-Unterlagen und man kann das auch beobachten, wenn ein Sat langsam am Horizont "aufgeht". Während ich das schreibe, ging bei mir Sat25 am NW Himmel auf. Erst bei einer Höhe von 13° und 28dB wurde er für den Fix benutzt. Wird der Empfang wieder schwächer (Untergang oder Hindernisse) geht das Ganze noch eine Weile gut, unter 16-20dB fliegt ein Sat entgültig wieder raus.



    Einen weiternen Punkt muß ich noch nennen. Ein GPS-Empfänger ist angehalten die Sats so für seine Solution auszuwählen, daß die DOP-Werte möglichst klein werden. Die Geometrie. Auch hierfür existiert eine Einstellung (DOP-Mask), wobei ich jetzt nicht 100%ig sagen kann, ob sie benutzt wird und was der Empfänger eigentlich bei "Do not use" treibt. Die Beschreibung dieser Einstellung würde frei nach Dieter Nuhr lauten: "Wenn die DOP-Werte zu schlecht sind - einfach mal die Fresse halten!" Also kein Fix. Unter freiem Himmel sind kleine DOP-Werte kein großes Problem, der Empfänger hat die "Qual der Wahl" und jeder zusätzliche Sat erhöht im Normalfall die Genauigkeit, wobei es natürlich besondere Konstellationen am Himmel gibt die besonders günstig oder ungünstig sind.





    Bisher haben wir das Ideal betrachtet. In der Autohalterung montiert sind die Sicht/Empfangsbedingungen natürlich bedeutend schlechter. Schon allein das Autodach schattet den halben Himmel "nach hinten" ab, Häuser rechts und links der Straße engen den wirklich sichtbaren Bereich des Himmels weiter ein, Reflektionen und/oder Mehrwegempfang "verschmieren" die Signale, obwohl ein bestimmter Sat scheinbar "gut" reinkomt. Metallbedampfte Frontscheiben leisten auch ihren Beitrag. Und dann fährt das Auto auch noch - die Bedingungen ändern sich in jeder Sekunde rapide. Der Empfänger hat also mächtig viel zu tun.



    Aus den oben genannten Gründen kann es also durchaus passieren, daß in stark bebauten Gelände mit hohen Gebäuden oder in tiefen Gebirgstälern


    - überhaupt kein Fix zustande kommt oder
    - der Fix irgendwann "flöten" geht und danach "ewig" nicht wiederkommt




    Ich würde jedem mit Empfangsproblemen letztendlich auch raten, den Empfänger einem Factory-Reset zu unterziehen und erst wieder unter freiem Himmel im Stand einzuschalten. Dann sieht man "Feldstärken" so bis 47dB und normalerweise dauert es nicht lange bis der erste Fix steht.


    bfn hevo2

  • also zusammenfassend: Wir stehen mit 10 anderen Personen in einer grossen Turnhalle und versuchen sie zu fragen, wo wir uns befinden. Zuerst mal wollen wir unsere Kommunikationspartner sehen, das klappt um so besser, je weniger Hindernisse im Weg sind und wenn wir in die optimale Richtung sehen (Antenne positionieren). Auch wenn wir sie dann in der grossen Halle sehen können (SAT´s in view), braucht es noch ein bischen, bis wir mit mindestens drei Personen gesprochen haben (SAT´s in use). Das wiederum klappt um so schneller und besser, je leiser es in der Halle ist, bzw. je besser die Akustik ist (geringe Empfangsstörungen). Je mehr Personen mit uns sprechen, desto genauer können die Angaben sein.


    Irgendwie ganz einfach :elk


    Stefan

  • @Stefan:
    Das hast du aber schön gesagt - zumal jeder die Akustik in einer Turnhalle aus eigenem Erleben kennt. ;)



    Anmerken möchte ich noch, daß so ein Factory-Reset auch Wunder wirkt, wenn man als "Spielernatur" - wie ich - obskure Programme zum "tunen" des GPS-Chips eingesetzt hat. Einige dieser Progis sind entweder schlecht programmiert oder laufen unter WM5 nicht richtig und hinterlassen daher unter Umständen Müll im Sirf-Chip. Das kleinste Übel ist ein nicht geschlossener COM-Port oder fehlende NMEA-Sätze. Vielleicht aber auch andere Ungereimtheiten. Mir ist es z. B. schon passiert, daß von einer Sekunde auf die andere alle Sats weg waren - Signalstärke 0dB. Reproduzierbar jeweils 20 Minuten nach dem Einschalten des Empfängers. Reset - Rulez... :D



    bfn hevo2

  • Hallo Fans und Ventile


    Frage: Warum ist dieser bisher sehr lebhaft und "gefühlsecht" geführte Thread nach meinem Posting praktisch tot?


    Ich mache mir jetzt echt Gedanken, da ich doch nur ein paar Fakten genannt habe, die eigentlich schon allseits bekannt waren. Das waren keine echten News.


    Ist der OP jetzt "schlauer", fühlt sich "gut" oder "besser" informiert - oder ist er nur "eingeschüchtert", fühlt sich von den Fakten a la "DOP" überrumpelt?


    Das würde mich interessieren, denn der Anschein einer "Einschüchterung" wäre fatal. Längere Texte die so wirken, wären praktisch "für die Katz". Sie würden niemanden weiterhelfen und der Autor müßte sich ernsthaft fragen, was er denn eigentlich "verbrochen" hat.


    Genau diese Fragen stelle ich mir gerade, da auch ich einige Zeit mit dem Schreiben des Textes weiter oben verbracht habe. Details aus den Unterlagen heraussuchen, sie im Versuch wenigstens etwas verifizieren - und dann noch in vermeintlich passende Worte kleiden ist nicht einfach - macht aber auch Spaß.


    Quizfrage:


    Wie sollte man seine Beiträge, die ja primär anderen helfen sollen, hier im Forum formulieren?


    Technisch - kurz - nüchtern? Technisch - weiter ausholend - humorvoll?


    Natürlich humorvoll. Aber weiter ausholend?


    Kommt darauf an...


    Es gibt unzählige Möglichkeiten und es ist "hundeschwer" den richtigen Ton zu treffen... Ich bin gespannt.


    Antworten bitte im OT-Bereich platzieren: Der Erste macht den Thread auf, sollte aber dafür einen wirklich passenden Titel wählen.... o0


    bfn hevo2

  • Hallo hevo2


    Zitat

    Original von hevo2
    ...
    Frage: Warum ist dieser bisher sehr lebhaft und "gefühlsecht" geführte Thread nach meinem Posting praktisch tot?
    ..


    Das frage ich mich manchmal auch.


    Zitat

    Original von hevo2
    ...
    Ich mache mir jetzt echt Gedanken, da ich doch nur ein paar Fakten genannt habe, die eigentlich schon allseits bekannt waren. Das waren keine echten News.


    Ist der OP jetzt "schlauer", fühlt sich "gut" oder "besser" informiert - oder ist er nur "eingeschüchtert", fühlt sich von den Fakten a la "DOP" überrumpelt?


    Das würde mich interessieren, denn der Anschein einer "Einschüchterung" wäre fatal. Längere Texte die so wirken, wären praktisch "für die Katz". Sie würden niemanden weiterhelfen und der Autor müßte sich ernsthaft fragen, was er denn eigentlich "verbrochen" hat.
    ...


    Ich gehe da mit Dir konform. Auch ich bin der Meinung das man den Usern Erklaerungen geben soll. Wenn die dann schon mal laenger ausfallen, ist es eben so.


    Zitat

    Original von hevo2
    ...
    Genau diese Fragen stelle ich mir gerade, da auch ich einige Zeit mit dem Schreiben des Textes weiter oben verbracht habe. Details aus den Unterlagen heraussuchen, sie im Versuch wenigstens etwas verifizieren - und dann noch in vermeintlich passende Worte kleiden ist nicht einfach - macht aber auch Spaß.
    ...


    Und genau das ist garnicht einfach. Technisch nicht einfache Dinge in Worte zu verpacken, das auch der technisch nicht so ausgebildete User sie versteht.


    Zitat

    Original von hevo2
    ...
    Quizfrage:


    Wie sollte man seine Beiträge, die ja primär anderen helfen sollen, hier im Forum formulieren?


    Technisch - kurz - nüchtern? Technisch - weiter ausholend - humorvoll?
    ...


    Mach weiter so wie bisher.
    Auch ich bin schon von vielen Usern hier im Forum "angemacht" worden, weil ich mir auf die haeufig und immer wieder gestellten Fragen, habe Antworten zusammengestellt, die versuchen den Sachverhalt/Vorgehensweise detailierter aufzuzeigen. Aber in meinen Augen doch so geschrieben sind, das sie nicht nur von Leuten mit Grossem Latinum und 12 Semester UniStudium verstanden werden. Klar, diese Texte sind dann teilweise etwas laenger. Da denke ich mir aber, das der versierte User doch die Moeglichkeit hat ueber den Beitrag hinweg zu lesen. Oder, wenn es ganz schlimm werden sollte, mich in seine Ignorierliste zu uebernehmen. Der technisch nicht so versierte Leser hat aber so bei dem Einen oder Anderen Thema die Chance den Sachverhalt zumindest ansatzweise zu verstehen. Und die teilweise dauernden Wiederholungen sind auch dazu gegeignet den naechsten User zu erwischen, der den Beitrag bisher noch nicht gelesen hatte. Manchmal hilft man so auch Usern die sonst die Frage nochmal gestellt haetten.


    Und sollten dann spezielle Themen intensiver besprochen werden muessen, dann finden sich garantiert auch User die an dem Thread teilnehmen.


    Und nun bin auch ich auf die Reaktionen gespannt

  • der Thread nennt sich doch Ursachenforschung :D


    also, dazu war der Beitrag von hevo absolut TOP :)

    Roland


    Tauchen macht dumm und gleichgültig...
    Ich weiß zwar nicht warum, aber es ist mir egal :rolleyes:

    Einmal editiert, zuletzt von RMZahn ()

  • Also mir persönlich ist ein ausführlicher Beitrag der auch ein paar Grundlagen erklärt lieber; wenn er dann noch humorvoll ist - um so besser.


    Wenn ich nämlich die Grundlagen und das Prinzip verstanden habe, kann ich versuchen selber weiterzudenken und habe die Möglichkeit etwaigen Problemen selbstständig nachzugehen.


    Deshalb hevo2 - weiter so und danke!
    :respekt