Holux M241 - was halten die Experten davon?

  • Hallo,


    ich hatte die letzten Tage dazu genutzt, den Holux M-241 genauer zu testen.


    Vorwort:
    Mein PDA Loox N500 hängt zum Vergleich mittels Saugfußhalterung von innen am Dachfenster des Bad (Nordseite). Das Fenster hat eine Dämpfung von ca. 10 dB. Anscheinend ist die Hysterese des PDA relativ groß, wenn er erstmal Empfang hat, hält er ihn bis hinunter zu 13 dB, beim Neuempfang reichen ihm manchmal vier Satelliten mit 20 bis 23 dB nicht.


    Den Holux M-241 habe ich daneben gehängt und über USB an mein Notebook anschlossen und mit VisualGPS ausgewertet.


    Empfang
    Gestern hat es nachmittags leicht bis kräftig geregnet. Der PDA hatte i.a. 3 bis 4 Satelliten mit 20 bis 26 dB und häufig Aussetzer --- der Holux i.a. 6 bis 8 Satelliten und der Pegel häufig über 30 dB. Auch wenn ich ihn bis zu 1,5 m in den Raum hineinbewege, ändert sich der Empfang kaum.
    Insgesamt ist die Empfangsqualität des Holux also doch besser als mit dem PDA.


    Genauigkeit
    Hier ist der Screenshot von VisualGPS, besonders am Anfang haut der Holux bei den Koordinaten deutlich danneben, erst nach ca. 30 min bildet sich das "Auge" innen aus:
    [Blockierte Grafik: http://xn--horztz-6ya.de/Navi/Holux05022008b.png]


    Diese Problem bestätigt sich auch bei einem Spaziergang (einige Tage zuvor bei Sonnenschein) und idealen Bedingungen: nur Einfamilienhäuser bzw. dann freies Feld ohne Bäume usw. :
    Spaziergang
    Die Dreiecke sind die aufgenommen Punkte, blau die daraus errechnet Route und magenta per Hand die tatsächliche Strecke eingezeichnet.


    Bei einer Fahrradtour habe ich solche Ausreißer am Anfang bevor ich starte, dann nur einmal einen harmlose Abweichung, ansosnten stimmt die Route.


    Was meinen die Experten?
    Hat der Holux M-241 Probleme bei geringen Geschwindigkeiten? Was nützt mir der bessere Empfang im Vergleich zu meinem PDA, wenn die aufgezeichneten Track nicht stimmen? Ist der MTK-Chipsatz trotz 32 Kanäle doch nicht so gut wie Sirf III? Wäre ein Gerät mit Sirf III und 20 Kanälen besser für meine Zwecke (Wanderungen und Radtouren)? Werden die zusätzlichen Kanäle bei Sirf III überhaupt für parallele Empfang von refelktierten Signalen genutzt?


    Gruß
    Jürgen

    Einmal editiert, zuletzt von cyc_navi ()

  • Hi, Jürgen,
    Du solltest am Anfang der Fahrradtour, also in der Startphase, den aktuellen Track löschen, so dass die "Einsprünge" nicht aufgezeichnet werden.


    Meine iBT, auch mit MTK-Chip, zeigt das gleiche Startverhalten.


    Du musst Dir um die Qualität des Holux M-241 keine Gedanken machen.


    Gruß
    Günther

  • Danke Günther,


    aber kann das ein Gerät mit Sirf III und 20 Kanälen evtl. besser?


    Hat jemand Geräte mit beiden Chipsätzen direkt vergleichen können? Wenn ich mir diesen Testbericht ansehe http://www.skybert.de/navigation/royaltek.htm dann macht der Royaltek sehr gute Tracks beim Wandern.


    Gruß
    Jürgen

  • Hi Jürgen,


    ich vergleiche laufend SiRF III und MTK, und dabei konnte ich einige Erfahrungen gewinnen.


    Zunächst: Das Empfangsverhalten beider Chips ist hervorragend. Unterschiede bewegen sich im Bereich von Nuancen - da kann man eher von Eigenheiten auf höchstem Niveau sprechen.


    Beide Systeme bieten nach dem ersten Fix ein vorläufiges Resultat und rechnen sich in den ersten 20 Minuten an die akkuraten Standort-Koordinaten heran. Mit "akkurat" bezeichne ich jetzt mal die Phase der geringsten Abweichungen, ein absolut zutreffendes Ergebnis können Empfänger dieser Preisklasse sowieso nicht liefern.


    Leichte Unterschiede in der Spitze sehe ich unter ungünstigen Empfangsverhältnissen - feuchtes Blätterdach, Schneefall, einseitige Abschattungen, ungünstige Satellitenkonstellation und allgemein die "Nordlücke". Unter solchen Bedingungen hat der MTK-Chipsatz die Nase vorn - wenn auch nicht immer, aber meistens.


    Die Anzahl der Kanäle - bei der QSTARZ inzwischen auf 51 angewachsen - sollte man nicht überwerten. Die Zahl sichert einen kleinen Vorsprung unter speziellen Bedingungen und beim "Temperament" einer Maus, d.h. wie schnell sie sich auf wechselnde Bedingungen einstellt.


    Für diese Aussagen stehen mir die gute alte HOLUX GPSlim 236, das im Loox N560 eingebaute System, die QSTARZ BT-Q818 und BT-Q1000 in der aktuellen Firmware-Fassung zur Verfügung. Außerdem habe ich noch Unterlagen zu verschiedenen Tests, die das ebenfalls bestätigen.


    Für Aussagen darüber, welche Maus den besseren Track schreibt, sollten vergleichende Protokolle von mindestens sechs unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten vorliegen. Dabei stellt man häufig fest, dass mal die eine Maus besser ist und mal die andere. Erst wenn eine Maus über viele unterschiedliche Situationen die zutreffenderen Ergebnisse liefert, kann man ihr die Krone aufsetzen.


    Gruß
    artur

  • Hi, Jürgen,
    wenn Du die Threads bzgl. Data-Logger verfolgst, dann ist sehr oft von einer Nachbearbeitung der Tracks die Rede, Ausreisser werden gelöscht, die Höhenangaben "frisiert".


    Die Anzahl der Kanäle hat nicht unbedingt etwas mit der Empfangs- und Signalverarbeitungsqualität zu tun.


    Eine Maus, die reflektierte Signale verarbeitet, liefert nicht unbedingt die bessere Position.


    Wenn Du einen aufgezeichneten Track in GE betrachtest und für Dich feststellst, dass das Ergebnis gut ist, dann solltest Du zufrieden sein.


    Artur hat's ja schon formuliert, Satellitenkonstellationen und äußere Einflüsse beeinträchtigen auch die Signale.


    Mit meiner iBT habe ich mitten im Haus schon 12 Stelliten in Use empfangen; im Freien ermittelt mein GPS 72 mit seinem 12-Kanal-Phase-Trek-Empfänger die bessere Positon, es ist eben alles relativ.


    Gruß
    Günther


    P.S. Wenn Du auf ein absolutes Spitzengerät schielen möchtest: Navilock BT-452

  • Zitat

    Original von Polarstern
    Du solltest am Anfang der Fahrradtour, also in der Startphase, den aktuellen Track löschen, so dass die "Einsprünge" nicht aufgezeichnet werden.


    Stimmt, wenn ich den Holux einschalte und erst mal im Freien 10 bis 20 min liegen lassen bevor ich das Loggen starte, dann sind die Ausreißer deutlich weniger (gestern abend nur ein einziges Mal bei einer 45min Tour).


    Und beim Herausfahren aus dem Elbtunnel hatte er quasi sofort den Fix zurück - der erste Trackpunkt liegt genau auf dem Rand der Tunnelbegrenzung.


    Gruß
    Jürgen

    Einmal editiert, zuletzt von cyc_navi ()

  • Zitat

    Original von artur
    ich vergleiche laufend SiRF III und MTK, und dabei konnte ich einige Erfahrungen gewinnen.


    Zunächst: Das Empfangsverhalten beider Chips ist hervorragend. Unterschiede bewegen sich im Bereich von Nuancen - da kann man eher von Eigenheiten auf höchstem Niveau sprechen.
    ...


    Besten Dank für die ausführliche Antwort.


    Gruß
    Jürgen

  • Hi, Jürgen,
    1 Min. warmlaufen sollte eigentlich reichen; wenn das Gerät jeden Tag längere Zeit läuft, sollte der Fix i.d.R. in 5 Sek. erfolgen.


    Ist die Speed-Anzeige auf dem Display gut abzulesen?


    Gruß
    Günther

  • Zitat

    Original von Polarstern
    1 Min. warmlaufen sollte eigentlich reichen; wenn das Gerät jeden Tag längere Zeit läuft, sollte der Fix i.d.R. in 5 Sek. erfolgen.


    Hi Günther,


    das stimmt schon, aber: hier wird berichtet, dass die Fixqualität meist innerhalb der ersten ca. 15 Minuten stetig zunimmt. Deshalb wird auch für Tests, besonders Vergleichstests, diese "Warmlaufzeit" ausgeklammert.


    Jürgen tut also wohl gut daran, wenn er ein möglichst sauberes Log vom Anfang an will, den Empfänger vorher warmlaufen zu lassen.


    Gruß Jan

  • Hi, Jan,
    das ist schon richtig, aber ich meine ja nur das Einspringen am Anfang.


    In einer Uni-Pdf habe ich letztens gelesen, das ein PPS-Empfänger bei einer Laufzeit > 6 Stunden ohne Egnos in den Submeterbereich kommt.


    Mein GPS 72 zeigt bei einer Fahrt durch dasselbe Gehölz nach 4 Stunden Laufzeit auch einen besseren Track an als nach 20 Minuten.


    Gruß
    Günther


  • Das ist richtig und vor Jahr und Tag schon von einem Support-Mitarbeiter eines der großen Chip-Hersteller bestätigt bzw. angegeben worden. Das gilt insbesondere wenn man in ein schwieriges Gelände - Wald, Steilhänge, aber auch Häuserschluchten - startet.


    Bei Autofahrten ist das nicht immer so kritisch, weil da der Empfang meist ausreichend ist. Da reichen meiner Erfahrung nach die kurzen Zeiten von der Haustür bis zum Wegfahren.

  • Zitat

    Original von PolarsternIst die Speed-Anzeige auf dem Display gut abzulesen?


    Hallo Günther,


    ja die Geschwindigkeit wird in großer, fetter Schrift angezeigt. Problematisch ist nur das Start/Stop am oberen Rand, da dort schon der Schatten von der Einfassung hinfällt.


    Gruß
    Jürgen

  • Muss man beim Holux M-241 immer eine 1.5 Volt Batterie einlegen oder geht es auch mit einem 1.2 Volt Akku?
    Bei manchen Geräten sind die 0.3 Volt Unterschied zuviel, so dass man stets auf Batterien angewiesen ist.


    Dirk

  • Hallo!


    Ich habe mir den Holux M-241 zugelegt und habe jetzt ein paar Tage damit herumgespielt. Außerdem habe ich einen Bericht zu diesem Datalogger verfasst, der aber nichts mit einem Expertenbericht zu tun hat. Ich bin absoluter Neuling in Sachen GPS und darum ist sicher einiges nicht sonderlich professionell formuliert. Solltet ihr trotzdem Interesse an dem Text haben klickt bitte hier (ich hoffe, dass das nicht als Werbung für fremde Seiten aufgefasst wird - falls doch werde ich gerne den Link entfernen).


    Die letzte Frage zum Thema kann ich aber beantworten: Ich betreibe meinen Holux mit einem NiMH Akku (1.2 Volt, 1600mAh). Damit läuft der Logger deutlich länger als mit der mitgelieferten Batterie.


    Gruß, Jens

    Einmal editiert, zuletzt von timbetu ()