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Wole

Erde

  • »Wole« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 8. April 2005, 17:20

Unterschied zwischen Route und Track

Hallo,
noch eine blöde Frage eines Anfängers zu TTQV:

Worin bestehen die Unterschiede zwischen Route und Track.

Was macht man mit Zeichnung? Wozu dienen Waypoints?

Wole
Grüsse
Wole

Wastl

Square Dance Joda

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2

Freitag, 8. April 2005, 19:08

RE: Unterschied zwischen Route und Track

Zitat

Original von Wole
Worin bestehen die Unterschiede zwischen Route und Track.
Wozu dienen Waypoints?

Eine Route ist eine Aneinanderreihung von Wegpunkten, die das Programm benutzt, um dich durch die Gegend zu leiten. Ein Track ist der von dir (und vom Programm aufgezeichnete) Weg, den du tatsächlich zurück gelegt hast. Wegpunkte sind Marlierungen im Gelände, die auch Bestandteil einer Route sein können.

Ein Link für Grundlagen: http://kanadier.gps-info.de/a-gpsseite.htm


Wastl
Das schöne an Bienchen ist, man hat immer was worauf man sich freuen kann :love2

Tonnenwatching

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Wole

Erde

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3

Freitag, 8. April 2005, 19:18

Hallo Wastl,
danke für die Erläuterungen.

Wole
Grüsse
Wole

alto

Anfänger

Beiträge: 4

seit: 11. Oktober 2004

Navigation: Navigon 4.2

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4

Montag, 11. April 2005, 21:03

Auch wenn die Frage für Wole offensichtlich geklärt ist: er ist offensichtlich nicht der Einzige, der diese Frage stellt. Ich berate einen Bekannten bei der GPS Thematik und nachdem mir dieser ungelogen das fünfte Mal diese Frage gestellt hat, ist mir fast der Kragen geplatzt und ich habe eine ausführliche Defnition verfasst, nach dem Schema "der Fussball ist rund" (Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier für den langen Beitrag gesteinigt werde, weil in diesem Forum die Teilnehmer schneller verstehen, als mein Bekannter, stelle ich meine Definition hier rein. Zumindest hat mein Bekannter seitdem nicht mehr gefragt. ;D

Alto
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Erläuterung zu den GPS-Datentypen Wegpunkt-Route-Track

Vorbemerkung: Die folgende Beschreibung basiert auf der Kenntnis von 5 verschiedenen Garmin-GPS Handgeräten. Andere Garmingeräte verhalten sich ähnlich. Bei anderen Herstellern können sich Unterschiede ergeben, meist sind dies nur unterschiedliche Namen.

Gemeinsamkeiten der Datentypen:

Das wesentliche Merkmal aller GPS-Daten ist in allen Datentypen gemeinsam: sie enthalten geografische Koordinaten . Alle genannten GPS-Datentypen können im GPS-Gerät oder in einer GPS-Software erzeugt werden. Neben den Koordinaten können je nach Datentyp, je nach GPS-Gerät oder GPS-Software zusätzliche Attribute gespeichert werden (zum Beispiel Datum, Uhrzeit, Höhe, Namen, Symbol, Kommentare). Alle Daten können zwischen den gängigen GPS-Geräten und GPS-Programmen per Datenkabel transferiert werden (Up- und Download).

Unterschiede:

Die Unterschiede ergeben sich einmal durch den Speicherbereich, in dem die Daten abgelegt werden und in der typischen Verwendung der Daten.

Wegpunkte:

Ein Wegpunkt wird im GPS-Gerät durch den Befehl (Knopf) „Markieren “ erzeugt. Dieser speichert die aktuelle Position ab, Namen und Symbol werden vorgeschlagen und können geändert werden. Es können auch Koordinatenwerte geändert werden. Bei einer Änderung der Koordinaten ist nicht mehr die aktuelle Position, sondern die veränderte Position gespeichert. Die einzustellenden Koordinaten werden aus der Karte oder anderen Datenquellen abgelesen. In GPS-Programmen werden Wegpunkte zumeist durch einen Klick an entsprechender Position in der Karte erzeugt.

Anwendungs-Beispiele von Wegpunkten:
  • -„Merken“ von Positionen für verschiedene Zwecke (Wiederfinden, Fotopunkte)
  • GOTO Wegpunkt “: GPS-Gerät führt mittels direkter Ziellinie zum Wegpunkt
  • - „Eckpunkt“ einer Route


Für die Navigation „GOTO Wegpunkt“ bieten die GPS-Geräte folgende Möglichkeiten:
  1. auf der Navigationsseite (=Kompassseite). Diese zeigt die aktuelle Bewegungsrichtung (bei Garmin Kompass-Rosette als Kreis, Bewegungsrichtung ist oben). Im Stand oder bei langsamer Bewegung ist die Richtung der Kompassrosette willkürlich, ausgenommen bei Geräten mit zusätzlichem Kompass, der bei langsamer Bewegung automatisch angezeigt wird. Die Richtung zum Ziel wird als Pfeil innerhalb der Rosette gezeigt. Ideale Bewegungsrichtung wäre also, wenn der Richtungspfeil mit der Bewegungsrichtung übereinstimmt , also nach oben zeigt.
  2. Auf der Kartenseite . Dort wird ausgehend von der aktuellen Position eine Verbindungslinie zum Ziel gezeigt. Je nach Einstellung wird diese „Gummibandlinie “ ständig automatisch korrigiert. Durch die gleichzeitige, automatische Aufzeichnung und Darstellung von Tracks (siehe unten) ist die bisherige Bewegungs- und die Soll-Richtung erkennbar.
    [/list=a] Daneben gibt es je nach Anwendungszweck weitere Varianten dieser Methoden.

    Routen :

    Eine Route ist eine Aneinanderreihung mehrerer Wegpunkte (oder sonstiger gespeicherter Punkte, z. Bsp. POI=Point of Interest“), wobei die Reihenfolge der Wegpunkte der gewünschten Richtung und Folge des Wegs entsprechen muss. Während GOTO immer auf der direkten Verbindungslinie zum Ziel führt, führt die Route von einem Routenpunkt zum anderen und man kann damit den Wegverlauf besser definieren. Für die Eingabe von Routen im GPS-Gerät ist die vorherige Eingabe der Wegpunkte notwendig, in GPS-Programmen werden Routen durch einfaches Anklicken der Punkte in der Routenfolge definiert. Die Eckpunkte dieser Routen sind ebenfalls Wegpunkte, werden aber in den GPS-Programmen automatisch im gleichen Arbeitsschritt erzeugt.

    Bei der Navigation auf einer Route im GPS-Gerät gibt es wie bei der Navigation zu einem Wegpunkt die oben dargestellten zwei Möglichkeiten mit folgenden Besonderheiten:
    1. bei der Navigation nach Navigationsseite wird man mittels Kompassrosette und Richtungspfeil von einem Routenpunkt zum anderen geführt, d.h. sobald ich sehr nahe an einen Routenpunkt (Eckpunkt meiner Route) komme, wird die Zielpfeil auf die neue Zielrichtung umspringen. Wenn ich einen oder mehrere Routenpunkte überspringe, wird das GPS-Gerät anfangs versuchen mich zum übersprungenen Punkt zurückzuführen, dann aber automatisch auf den nächsten Routenpunkt umspringen. Diese Automatik führt bei Rundtouren oft zur Verwirrung, wenn die Entfernung zum nächsten Routenpunkt des Hinwegs größer, als die zu einem Routenpunkt des Rückwegs ist. Im Zweifelsfall also die Route unterteilen nach Hin- und Rückweg.
    2. auf der Kartenseite: dort werden die Routen als Polygonzüge dargestellt, gleichzeitig sehe ich meine aktuelle Position.
      [/list=a]
      Die Anwendung der Navigationsseite a) ist einfacher. Bei ungenau gesetzten Wegpunkten (ungenaue Karten) hat die Kartenseite aber den Vorteil, dass ich die nächste Richtung früher erkennen kann, d.h. bevor der Richtungspfeil auf der Navigationsseite umspringt und damit kann ich den aktuellen Wegverlauf oder Kreuzungen besser erkennen.


      Tracks :

      Tracks sind eine Aneinanderreihung von vielen, auch sehr dicht gesetzten Punkten mit Koordinaten . Die einzelnen Punkte eines Tracks haben als Attribute Datum, Uhrzeit und Höhe, aber keinen Namen. Ein weiteres Attribut kann das Kennzeichen „first point“ sein, der bei der erstmaligen Ermittlung einer GPS-Position (nach dem Einschalten, oder nach Unterbrechung des Sat-Empfangs) gesetzt wird. Dieser wirkt sich in der Darstellung von Tracks auf Karten so aus, dass der Track am „first point“ beginnt. Es gibt aber auch Programme, die den „first point“ mit dem letzten aufgezeichneten Trackpunkt verbinden. Tracks werden im GPS-Gerät automatisch erzeugt und auf der Kartenseite als „Sandspur“ dargestellt . Die automatisch erzeugten Tracks werden als „Active Log “ abgelegt.

      Tracks können aber auch in GPS-Programmen durch Anklicken mehrerer Punkte erzeugt werden . Die Navigations-Anwendung eines im GPS-Gerät vorhandenen Tracks ist zunächst einmal nur mit der Kartenseite möglich, auf der mein Zieltrack, meine aktuelle Position und mein bisheriger Weg als Track sichtbar sind. D.h. ich versuche meinen Weg an die vorhandene „Sandspur“ anzuschmiegen.

      Ich kann aber einen im GPS-Gerät gespeicherten Track („Aktive Log“) per Tastenfolge in einen „Saved Log“ umwandeln und diesen als „Traceback “ verwenden. Mit diesem Vorgang wird einmal die Datenmenge reduziert (Reduzieren der Trackpunkte und Weglassen von Datum/ Zeit), und es wird automatisch eine Pseudo Route erzeugt, die mir wie oben beschrieben, die Verwendung der Navigationsseite (Kompass) erlaubt. Das Reduzieren der Trackpunkte erfolgt dabei intelligent, d.h. es werden nur Punkte gelöscht, die keine Richtungsänderung enthalten. Damit gibt auch der „saved Log“ einen langen, kurvenreichen Weg sehr genau wieder. Durch den Entfall des Datum/ Zeit Attributs kann man aber die Geschwindigkeit nicht mehr darstellen. Ebenso können die Digital-Fotos mit EXIF-Daten nur zu einem „Active Log“ automatisch zugeordnet werden (TTQV-Feature).


      Fazit :

      Ich kann sowohl Wegpunkte, Routen oder Tracks zur Navigation verwenden. Jeden dieser Datentypen kann ich sowohl im GPS-Gerät, als auch in einem GPS-Programm erzeugen. Jeder dieser 3 Datentypen wird in den GPS-Geräten in verschiedenen Speicherbereichen abgelegt, für die unterschiedliche Begrenzungen gelten (je nach GPS-Gerät):
      1. Wegpunkte: 500-1000 Punkte
      2. Routen: 20-50 Routen mit je 30-250 Punkten pro Route (Gesamtzahl der Wegpunkte unter a) beachten.
      3. Tracks haben zwei Speicherbereiche:
        c1) „Active Log“ 1000 bis 10000 Punkte (in diesen Speicherbereich wird der automatisch aufgezeichnete Track des GPS-Geräts geschrieben, aber auch per GPS-Programm kann in diesen Bereich geschrieben werden, siehe DKL.)
        c2) „Saved Log“ 10-20 Logs mit je 125 bis 750 Trackpunkten.
        [/list=a]
        Die Definition, wann eine Folge von GPS-Punkten eine Route oder ein Track ist, ergibt sich einzig und allein aus dem verwendeten Speicherbereich im GPS-Gerät oder mit welcher Programm-Funktion ich diesen erzeuge.

        Vor- und Nachteile der Navigation nach Route oder Track

        Richtig ist, dass zur Planung einer Tour mit GPS-Daten meist eine Route definiert wird. Es gibt aber auch andere Meinungen (Uli Stanciu, Transalp-Touren), die zur Planung die Definition eines Tracks empfehlen. Der Nachteil einer Routendefinition ist nämlich, dass die Limits deutlich kleiner sind (siehe oben) und deshalb kann ich mit einem Track den Tourenverlauf wesentlich genauer planen. Ich persönlich bevorzuge zur Tourenplanung die Routendefinition, weil ich die Routenpunkte so definieren kann, dass ich eine Richtungsänderung deutlich erkenne (bewusst „falsch“ gesetzte Hilfspunkte an Abzweigungen zur Anzeige der Abbiegerichtung oder automatische Benennung der Routenpunkte in TTQV mit Richtungskürzeln). Dafür kann ich mir bei MTB-Touren mit eindeutigem Wegverlauf entlang eines gewundenen Wegs sparen, jede Kurve als Routenpunkt zu definieren. Nachteil ist aber, dass ich in der Planungsphase die Gesamtentfernung ungenauer sehe, als bei einem Track mit höherer Punktzahl. Nachteil des Tracks in der Praxis ist, dass ich ein Abweichen vom geplanten Track erst nach 30-50m später sehe, als bei intelligent gesetzten Routenpunkten. Im Grunde ist die Entscheidung, ob ich zur Tourenvorbereitung eine Route oder einen Track erstelle, eine Philosophie Frage, die auch je nach Tourenlänge unterschiedlich entschieden wird. Deshalb bieten GPS-Voll-Programme beide Varianten an.

5

Dienstag, 12. April 2005, 17:34

Trotz der Ausführlichkeit kann man es nicht besser beschreiben, als alto es gemacht hat :respekt


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Dienstag, 21. Oktober 2014, 02:28

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